Huldai: »Ich schäme mich und schweige nicht mehr«
22. Oktober 2026 – 11. Cheschwan 5787
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Huldai: »Ich schäme mich und schweige nicht mehr«
Tel Avivs Bürgermeister verurteilt die Gewalt gegen palästinensische Olivenbauern und Journalisten scharf. Er warnt vor dem Zerfall rechtsstaatlicher und zionistischer Werte
Er habe lange mit sich gerungen. Als Bürgermeister von Tel Aviv sei er dafür verantwortlich, sich um die Stadt, ihre Bewohner, deren Sicherheit, die Bildung ihrer Kinder, ihr kulturelles Leben und ihre Lebensqualität zu kümmern. Doch es gebe Momente, in denen Schweigen keine Option mehr sei. »Momente, in denen sich ein Mensch nicht hinter den Grenzen seines Amtes verstecken und so tun kann, als gingen ihn die Ereignisse außerhalb der Grenzen seiner Stadt nichts an.«
Mit diesen eindringlichen Worten äußerte sich Ron Huldai am Mittwochnachmittag zu den jüngsten Angriffen auf palästinensische Olivenbauern und Journalisten.
Die Bilder der vergangenen Tage hätten ihn zu einer klaren Schlussfolgerung gebracht: »Ich weigere mich, angesichts von Dutzenden maskierten Angreifern zu schweigen, die palästinensische Bauern attackieren, die lediglich ihre Oliven ernten wollten«, so Huldai.
Er wolle ebenso nicht mehr schweigen, wenn die amerikanische Fotojournalistin Heidi Levine am Boden liege, geschlagen und getreten werde, nur weil sie ihrer Arbeit nachgehen wolle. Auch die Angriffe auf europäische Diplomaten und einen französischen Bürgermeister, die an der Olivenernte teilnehmen wollten, könne er nicht hinnehmen. »Und ja, angesichts des Schweigens der politischen Führung Israels weigere ich mich, zu schweigen.«
Seiner Meinung nach stehe Israel vor einer Prüfung
Huldai führte aus: »Vor mehr als einem Jahrhundert, auf dem Höhepunkt der Dreyfus-Affäre, hat der französische Schriftsteller Émile Zola beschlossen, sein Schweigen zu brechen.« In seinem berühmten Essay ›J’accuse‹ habe er die Institutionen Frankreichs mit dem Gewissen der Nation konfrontiert.........
