Die iranische Schattenwelt im israelischen Ferienparadies
08. Juni 2026 – 23. Siwan 5786
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Die iranische Schattenwelt im israelischen Ferienparadies
Wie das Regime in Teheran in Georgien ein Netzwerk aus Ideologie, Geld und Einfluss aufgebaut haben soll
Georgien gilt für viele Israelis als unkompliziertes Urlaubsparadies: kurze Flugzeit, günstige Preise, spektakuläre Berglandschaften und eine jahrtausendealte Geschichte ohne nennenswerten Antisemitismus. Doch ausgerechnet in dem Land, das sich lange als enger Partner des Westens präsentierte, soll der Iran in den vergangenen Jahren ein weitverzweigtes Netzwerk aufgebaut haben. Zu diesem Schluss kommt ein neuer Bericht des amerikanischen Hudson Institute.
Die Autoren Luke Coffey, Sicherheitsexperte am Hudson Institute, und der frühere georgische Parlamentsabgeordnete Giorgi Kandelaki zeichnen das Bild einer systematischen Einflussoperation, die religiöse Einrichtungen, Bildungseinrichtungen, Medien, Wirtschaftsunternehmen und politische Kontakte umfasst. Das Ziel: Die Islamische Republik wolle ihren Einfluss im Südkaukasus ausbauen und zugleich neue Möglichkeiten für nachrichtendienstliche und operative Aktivitäten schaffen.
Ein besonders auffälliges Beispiel ereignete sich im georgischen Marneuli, einer Stadt mit rund 20.000 Einwohnern. Bei einer schiitischen Prozession zum Beginn der Trauerzeit Muharram marschierten Teilnehmer mit Bildern des ehemaligen Hisbollah-Chefs Hassan Nasrallah. Über den Straßen hingen Banner, auf denen US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit blutverschmierten Händen dargestellt wurden. Die Parolen richteten sich offen gegen Israel und die Vereinigten Staaten und unterstützten die Führung in Teheran.
»Eine solche Veranstaltung in Teheran oder im Libanon hätte niemanden gewundert«, so die Autoren, »diese Szenen in Georgien zu sehen, ist aber überraschend«.
In Tiflis wurde der Jahrestag der Islamischen Revolution gefeiert
Nur wenige Monate zuvor hatte die georgische Hauptstadt Tiflis den Jahrestag der Islamischen Revolution gefeiert. Der Fernsehturm der Stadt wurde in den Farben der iranischen Flagge beleuchtet. Gleichzeitig nahm ein stellvertretender georgischer Außenminister an einem Empfang der iranischen Botschaft teil.
Für die Autoren sind solche Gesten Ausdruck einer Entwicklung, die weit über symbolische Politik hinausgeht. Im Zentrum der Untersuchung steht die aserbaidschanische........
