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Charedische Wehrdienstverweigerer erstmals festgenommen

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28.05.2026

28. Mai 2026 – 12. Siwan 5786

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Charedische Wehrdienstverweigerer erstmals festgenommen

Ultraorthodoxe Regierungspolitiker rufen zum Boykott der Polizei auf, nachdem die Behörden härter gegen Wehrdienstverweigerer vorgehen

Es ist ein Konflikt, der längst weit über die Frage hinausgeht, wer Militärdienst leisten muss und wer nicht. In Israel entzündet sich am Streit um die Wehrpflicht für Ultraorthodoxe derzeit ein Kulturkampf, der tiefe Brüche in der Gesellschaft offenlegt – zwischen religiöser Autonomie und staatlicher Autorität, zwischen Solidarität und Privilegien, zwischen einer kriegsmüden Reservearmee und einer Gemeinschaft, die ihr religiöses Studium als höheren Dienst versteht.

Die jüngste Eskalation begann mit mehreren Festnahmen ultraorthodoxer Wehrdienstverweigerer. Nachdem Polizei und Militär ihre Maßnahmen gegen sogenannte »Draft Dodgers« verschärft hatten, reagierte der ultraorthodoxe Knesset-Abgeordnete Moshe Gafni von der Partei Vereinigtes Torah-Judentum (UTJ) mit einem drastischen Schritt: Er rief ultraorthodoxe Lokalpolitiker dazu auf, jede Zusammenarbeit mit der israelischen Polizei einzustellen.

In einem Schreiben erklärte Gafni: »Nach der geänderten Vorgehensweise der israelischen Polizei und damit wir – Gott bewahre – nicht etwa Mittäter werden, die die heilige Tora und ihre Studierenden gefährden, fordere ich sie auf, jegliche Zusammenarbeit mit der israelischen Polizei, einschließlich der städtischen Polizeieinheiten, bis auf Weiteres einzustellen.«

Lapid: Beweis, keine Zusammenarbeit mit Charedim erlaubt

Oppositionsführer Yair Lapid verurteilte Gafnis Aufruf zur »Anarchie« und erklärte, dies sei »ein weiterer Beweis dafür, warum die Zusammenarbeit mit ultraorthodoxen Parteien verboten ist«. Darauf bezieht sich Lapid auf mögliche Zusammenschlüsse für Regierungskoalitionen nach den Parlamentswahlen im Oktober.

Der Vorstoß zeigt, wie explosiv das Thema geworden ist. Seit dem Urteil des Obersten Gerichtshofs, das die jahrzehntelange........

© Juedische Allgemeine