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„Wie bitte - es gab keine Dringlichkeit?“

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02.02.2026

In Israel wächst die öffentliche Empörung über Gal Hirsch, den Koordinator für die Freilassung der Geiseln und Vermissten im Büro des Premierministers. Nach einer Serie von Interviews, darunter ein viel beachtetes Gespräch mit der linksliberalen Tageszeitung Haaretz, fordern zahlreiche ehemalige Hamas-Geiseln und Angehörige von Ermordeten seinen sofortigen Rücktritt.

In der Haaretz sagte Hirsch, dass die Demonstrationen für die Freilassung der Geiseln es der Hamas ermöglicht hätten, ihre eigene Propaganda zu verstärken. Er imitierte die bekannten Slogans wie »All of them, now!« (Alle - jetzt) und erklärte, dass es »keine Notwendigkeit gegeben hat, diesen Eindruck von Dringlichkeit zu vermitteln«. Aus seiner Sicht hätten solche öffentlichen Kundgebungen der Terrororganisation geholfen, Druck auf Israel und internationale Akteure auszuüben.

Viele Betroffene zeigten sich geschockt. Sie sehen darin eine Verharmlosung des Schicksals der ehemals in Gaza festgehaltenen Menschen. Vor allem die Wortwahl erscheint vielen nicht nur taktlos, sondern geradezu zynisch angesichts der unmenschlichen Haftbedingungen in den Terrortunneln der Hamas, der Folterberichte, der körperlichen, seelischen und sexuellen Gewalt, die die unschuldigen Menschen zum Teil mehr als zwei Jahre lang ertragen mussten. Sie sehen gerade in dem Gefühl der Dringlichkeit, das die Proteste ausdrückten, eine moralische Notwendigkeit.

Hirsch betonte,........

© Juedische Allgemeine