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„Im Iran ist derzeit nichts unmöglich“

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02.03.2026

02. März 2026 – 13. Adar 5786

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»Im Iran ist derzeit nichts unmöglich«

Die israelische Expertin für die Islamische Republik und iranische Achse, Sima Shine, erläutert, wie es um das Regime in Tehran bestellt ist

Während Raketenalarme in Israel weiterhin den Alltag bestimmen, ist vor allem die Geheimhaltung auffällig. Das meint auch Sima Shine, ehemals Mossad und Direktorin des Forschungsprogramms »Iran und die schiitische Achse« am INSS, dem Institut für nationale Sicherheitsstudien. »Am dritten Tag des Krieges von Israel und den USA gegen den Iran wissen wir so gut wie nichts darüber, was die USA im Iran tun und auch erstaunlich wenig, was Israel unternimmt.«

Das sei kein Zufall, sondern Absicht. Die Geheimhaltung solle verhindern, dass Sicherheitsstrukturen im Iran rechtzeitig reagieren können. Vieles deute jedoch darauf hin, dass die militärischen Operationen weitgehend nach einem lang vorbereiteten Plan verlaufen, vermutlich abgestimmt zwischen Washington und Jerusalem. Nach Shines Einschätzung laufen die Angriffe bislang sogar reibungsloser als erwartet, vor allem, was Timing und Koordination betrifft.

Ziele im Visier der Operation seien auf militärischer Ebene vor allem ballistische Raketenprogramme, Einrichtungen der Revolutionsgarden sowie die nuklearen Anlagen, die beim vergangenen Irankrieg im Juni 2025 zwar beschädigt, aber nicht vollständig zerstört wurden.

Zukunft des Regimes hängt vor allem von der Bevölkerung ab

Neben der militärischen Dimension gehe es zugleich um die politische Zukunft des iranischen Regimes. Ob sich dort tatsächlich etwas verändern wird, hänge hauptsächlich von der iranischen Bevölkerung ab. Proteste im Land seien bislang allerdings nur vereinzelt zu beobachten, meist in Provinzstädten, wo Menschen aus Fenstern oder auf Straßen Parolen gegen das Regime rufen, weiß Shine. »Wir müssen abwarten, wie es sich weiterentwickelt.« Ein echter Wendepunkt sei erst erreicht, wenn größere Teile der Bevölkerung dauerhaft auf die Straße gingen, um zu demonstrieren.

Allerdings sei das alles andere als einfach. »Wir sehen, dass das Regime mit Hochdruck daran arbeitet, strategische Positionen umgehend neu zu besetzen, damit Proteste zu unterdrücken........

© Juedische Allgemeine