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“Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen“

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28.06.2026

28. Juni 2026 – 13. Tamus 5786

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»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

 28.06.2026 13:23 Uhr

Bayern war das erste Bundesland, das nach dem 7. Oktober 2023 Antisemitismusbeauftragte an allen 33 staatlichen Hochschulen einführte. Eine mutige und richtige Entscheidung. Doch dann stellte sich die nüchternste aller Fragen: Wer macht diesen Job eigentlich?

An vielen Hochschulen war die Antwort pragmatisch. Die Aufgabe wurde zusätzlich zu bestehenden Funktionen übernommen – von Kolleginnen und Kollegen, die sich bereits mit Diskriminierung, Diversity oder Gleichstellung beschäftigten. Nicht wenige wurden gefragt, manche wohl eher verpflichtet als begeistert.

Bei mir war es anders. Ich habe selbst darum gebeten, diese Aufgabe zu übernehmen. Nicht weil ich mehr Arbeit gesucht hätte, sondern weil ich nach dem 7. Oktober überzeugt war: Jemand muss die jüdische Perspektive direkt einbringen. Als Professor. Als Jude. Als jemand, der erlebt hat, wie sich Antisemitismus auf dem Campus anfühlt. Bei den Schulungen der Beauftragten bin ich deshalb nicht nur Teilnehmer – ich darf sie gemeinsam mit der bayerischen Polizei und der Justiz aktiv mitgestalten.

Seitdem melden sich Studierende aus ganz Deutschland bei mir, die nicht wissen, wohin sie mit dem, was sie erlebt haben, sollen. Kolleginnen und Kollegen, die Rat suchen. Und manchmal auch Antisemitismusbeauftragte anderer Hochschulen.

Einen Anruf werde ich nie........

© Juedische Allgemeine