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Akte Josef Mengele bleibt lückenhaft

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16.09.2026

16. September 2026 – 5. Tischri 5787

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Akte Josef Mengele bleibt lückenhaft

Der Schweizer Nachrichtendienst gibt die Josef-Mengele-Akte frei, darin finden sich jedoch nach wie vor viele geschwärzte Stellen

Es sollte ein Schritt zu mehr Transparenz sein: Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) der Schweiz hat Unterlagen zu Josef Mengele veröffentlicht. 217 Seiten umfasst das Dossier über den ehemaligen Auschwitz-Arzt, der nach dem Zweiten Weltkrieg untertauchte und später in Südamerika lebte. Die Akten enthalten Polizeiberichte, interne Notizen, Formulare und Hinweise aus der damaligen Fahndung. Doch wer sich davon Aufklärung über Mengeles mögliche Aufenthalte in der Schweiz verspricht, stößt rasch auf Grenzen. Zahlreiche Passagen sind geschwärzt.

Dabei ist gerade die Schweiz für die Geschichte Mengeles nicht irgendein Schauplatz. Historisch dokumentiert ist, dass er sich 1956 in Engelberg aufhielt. Nach dem Krieg nutzten mehrere Nationalsozialisten die Schweiz als Zwischenstation auf dem Weg nach Südamerika. Einige Jahre später verdichteten sich Hinweise, Mengele könne sich erneut in der Schweiz aufhalten. 1961 geriet Zürich in den Fokus der Fahndung. Ob Mengele damals tatsächlich in Kloten war, lässt sich bis heute nicht belegen.

Diese offene Frage war einer der Gründe, weshalb der Schweizer Historiker Gérard Wettstein Zugang zu den Unterlagen verlangte. Er wollte der Sache auf den Grund gehen und Belege für Mengeles möglichen Schweiz-Aufenthalt finden. Doch der NDB verweigerte ihm diesen Zugang über Jahre. Noch im Februar 2026 verwies der Nachrichtendienst auf eine Schutzfrist, die bis 2071 reichen sollte. Wettstein zog vor das Bundesverwaltungsgericht – mit Erfolg. Der Historiker aus Bern erhielt Recht.

Unterlagen 25 Jahre gesperrt

Dann kam eine bemerkenswerte Wendung: Die Behörde stellte fest, dass die Akten eigentlich nicht mehr hätten gesperrt sein dürfen. Bereits 2001 hatte der Bundesrat beschlossen, Unterlagen, die im Zusammenhang mit der........

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