menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Iran: Der Verrat des Westens

25 0
13.03.2026

13. März 2026 – 24. Adar 5786

AboAngebote PrintAbo-Service

AboAngebote PrintAbo-Service

Iran: Der Verrat des Westens

Die Islamische Republik ist angeschlagen, doch ihre Unterstützer im Westen sind aber nach wie vor aktiv

Die Berichte über die Ausschaltung des »obersten Führers« der Islamischen Republik, Ali Chamenei, und zahlreicher weiterer Regimegrößen haben nicht nur in der iranischen Diaspora große Freude, ja Jubel ausgelöst. Auch im Iran selbst feierten viele Menschen – trotz der Gefahren, die das für sie bedeutete. Es war eine Reaktion, die die westlichen Medien in ihrer grenzenlosen »Expertise« über den Nahen und Mittleren Osten niemals kommen sahen. Während Experten noch vor »Instabilität« warnten, waren die Menschen in den Straßen von Teheran und Isfahan erleichtert über das mögliche Ende einer Phase der Angst, die erst im Januar 2026 ihren blutigen Höhepunkt erreicht hatte.

Doch in den Elfenbeintürmen von London, Berlin und New York findet eine ganz andere Aufführung statt. Sie wirkt wie eine Trauerfeier für ein Regime, das von einigen Linken seit Jahrzehnten verharmlost, ja verhätschelt wird. Nicht, weil es sich um ein progressives Regime handeln würde, das käme auch Linken nicht in den Sinn. Sondern weil hier das Prinzip vieler Linker zu greifen scheint, dass der Feind Amerikas und Israels irgendwie der eigene Freund oder Verbündete ist.

Die tiefe Kluft: Jubel vs. kalkulierte Trauer

Während die Iraner auf die Straße gehen, um die mögliche Enthauptung des Regimes zu feiern, gibt es in westlichen Städten überwiegend Demonstrationen gegen die israelisch-amerikanischen Militärschläge, die diese Enthauptung ermöglicht haben.

Man fragt sich: Wie schafft es eine »Grassroot«-Bewegung quasi über Nacht, tausende professionell gedruckte Plakate in mehreren Sprachen zu produzieren? Die Antwort ist recht einfach: Es gibt eine hochentwickelte, gut finanzierte gemeinsame Infrastruktur zwischen Frontorganisationen der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) und sogenannten »antiimperialistischen« NGOs.

Der »spontante« Ausbruch des Protests wirkt umso merkwürdiger, wenn man ihn mit der (Nicht-) Reaktion derselben Gruppen während des Massakers vom 8. und 9. Januar 2026 vergleicht. Laut Berichten von Amnesty International........

© Juedische Allgemeine