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Gesundheitswesen: Was Deutschland von Israel lernen könnte

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10.09.2026

10. September 2026 – 28. Elul 5786

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Gesundheitswesen: Was Deutschland von Israel lernen könnte

Israels Erfolg bei der Digitalisierung des Gesundheitssektors ist kein Hightech-Geheimnis, sondern das Ergebnis klarer politischer Führung

Wenn meine 92-jährige Mutter aus Israel anruft und vom dortigen Gesundheitssystem schwärmt, klingt das für deutsche Ohren fast wie Science-Fiction: Facharzttermine gibt es per App am selben Tag, die Laboranalysen kommen binnen weniger Stunden später auf das Smartphone, es gibt keinen Papierkram und keine Zettelwirtschaft.

Man könnte das als anekdotisch abtun. Oder man nimmt es als Anlass, das israelische Gesundheitssystem mal etwas genauer anzuschauen. Denn die Frage drängt sich auf: Was macht das Land am Mittelmeer fundamental anders? Und warum hinkt das deutsche System trotz gigantischer Budgets hinterher?

Israels Versorgung ruht auf einem verblüffend schlanken Fundament: Gerade einmal vier Krankenkassen – die beiden großen Clalit und Maccabi sowie Meuhedet und Leumit – sind für knapp 10 Millionen Menschen zuständig. Alle vier sind gesetzlich verpflichtet, exakt denselben Leistungskatalog anzubieten: den sogenannten »Sal Briut« (Gesundheitskorb).

Niemand darf wegen Alters oder Vorerkrankungen abgewiesen werden. Finanziert wird das System über eine einkommensabhängige Gesundheitsabgabe (Mas Briut), eingezogen über die Sozialversicherung Bituach Leumi. Wer Zusatzleistungen wie Wahlarztbehandlungen oder Zahnersatz wünscht, bucht modulare Tarife (Bituach Maschlim) hinzu. Der Wettbewerb zwischen den Kassen findet folglich nicht über bürokratische Tarifdschungel statt, sondern über Servicequalität, Praxisnetzwerke und Erreichbarkeit vor Ort.

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