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Droht in Sachsen-Anhalt eine Allianz der Antisemiten?

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11.09.2026

11. September 2026 – 29. Elul 5786

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Droht in Sachsen-Anhalt eine Allianz der Antisemiten?

In Sachsen-Anhalt könnte es zu einer Zusammenarbeit zwischen AfD und BSW, die potenziell gravierende Folgen hat für die jüdische Gemeinschaft

Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt macht betroffen. Grund ist nicht allein das Abschneiden der AfD, sondern auch, weil ohne das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) keine parlamentarische Mehrheit zustandekommen kann. Dessen Spitzenkandidatin Claudia Wittig hat schon verkündet, dass ein künftiger Ministerpräsident kein »Wessi« sein und vor allem keine Verstrickung mit »zionistischen Projekten« haben dürfe.

Der Parteienblock, der bislang fest an der Seite der jüdischen Gemeinschaft in Sachsen-Anhalt stand, ist drastisch zusammengeschrumpft. Die CDU kam auf knapp 18 Prozent, weniger als halb so viel wie bei der Wahl 2021, und SPD und Grüne blieben trotz leichten Zugewinnen einstellig. Die Botschaft des Wahlergebnisses ist klar: Unsere Verbündeten werden schwächer. Die Linke rechne ich zwar dem demokratischen Spektrum zu. Wegen ihrer Offenheit gegenüber antisemitischen Akteur*innen und Positionen zähle ich sie aber nicht zu Verbündeten der jüdischen Gemeinschaft.

Eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit zwischen AfD und BSW zeichnet sich schon jetzt ab. Die AfD will, dass das Land sein »künstliches Schuldgefühl« für die NS-Verbrechen endlich ablegt. Und sie plant ein hartes Vorgehen gegen Geflüchtete aus der Ukraine. Das BSW möchte wie die AfD keine Waffen mehr an Israel und die Ukraine liefern. Für mich als Juden, der in der Ukraine geboren wurde und Verwandte in Israel hat, ist diese Politik - auch wenn sie Sachsen-Anhalt allein nicht umsetzen kann - eine Horrorvorstellung.

Es droht ein Bündnis aus zwei Übeln

Die Wahlplakate des BSW, auf denen Wolodymyr Selenskyj als gieriger Jude gezeigt wird, der den Deutschen das Geld aus der Tasche ziehen will, werden jetzt zwar abgehängt. Aber die Haltung, die dahintersteckt, zieht in den Landtag ein - und könnte sogar in Regierungsverantwortung gelangen. Die jüdische Gemeinschaft, eingezwängt zwischen Antisemitismus aus dem rechten und dem vermeintlich linken Rand, hielt........

© Juedische Allgemeine