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Neuer Antisemitismus-Eklat setzt Linke unter Druck, Zentralrat übt scharfe Kritik

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01.09.2026

01. September 2026 – 19. Elul 5786

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Neuer Antisemitismus-Eklat setzt Linke unter Druck, Zentralrat übt scharfe Kritik

Knapp drei Wochen vor der Wahl zum Berliner Angeordnetenhaus sorgt der jüngste Skandal nun auch bei den möglichen Koalitionspartnern SPD und Grünen für Unruhe

 01.09.2026 09:34 Uhr

Wenige Wochen vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl gerät die Partei »Die Linke« wegen eines erneuten Antisemitismus-Eklats zunehmend unter Druck. Bei einer Wahlkampfveranstaltung des Neuköllner Kreisverbands waren am Wochenende Parolen gegen Israel und dessen Streitkräfte zu hören. Dass die Äußerungen auf der Bühne offenbar unwidersprochen blieben, sorgt nun auch bei den möglichen Koalitionspartnern SPD und Grünen für Unruhe.

Der Zentralrat der Juden äußerte sich ebenfalls. Dessen Präsident Josef Schuster erklärte: »Was auf der Wahlkampfveranstaltung der Neuköllner Linken geschehen ist, war keine Panne im Kulturprogramm, sondern eine bewusste Positionierung (...). Während zur Intifada und zum Tod israelischer Soldaten aufgerufen wurde, tanzten und sangen Menschen mit. Die anwesenden Verantwortlichen schritten nicht ein.« Schuster bezeichnete dies als erschütternd, »aber angesichts der Entwicklung der Partei leider nicht überraschend.«

»Die nachträgliche Distanzierung der Parteispitze reicht nicht aus«, betonte der Zentralratspräsident. »Die sich wiederholenden Lippenbekenntnisse zum Schutz jüdischen Lebens verlieren jede Glaubwürdigkeit, wenn ihnen keine Taten folgen. Wenn die Berliner Linke hierzu nicht in der Lage ist, muss die Bundespartei den Vorgang aufklären und konkrete personelle wie politische Konsequenzen ziehen.«

Josef Schuster fügte hinzu: »Einer Partei, die auf ihrer eigenen Wahlkampfbühne nicht einschreitet, wenn zu Gewalt gegen Menschen aufgerufen wird, kann keine Regierungsverantwortung anvertraut werden«.

Nach Recherchen des »Tagesspiegel« wächst derweil bei SPD und den Grünen in Berlin insbesondere die Sorge, dass radikale Kräfte innerhalb der Linken eine Regierungsbeteiligung der Partei nach der Wahl erschweren oder sogar verhindern könnten. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob Spitzenkandidatin Elif Eralp in der Lage ist, sich gegenüber Teilen der eigenen Partei durchzusetzen.

Auslöser des aktuellen Streits war ein Auftritt des Rappers Dahabflex bei einer Wahlkampfkundgebung der Linken Neukölln. Der Musiker, der bereits zuvor mit antisemitischen Texten und der........

© Juedische Allgemeine