Israel sieht erste Risse in iranischer Führung
13. März 2026 – 24. Adar 5786
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Israel sieht erste Risse in iranischer Führung
Israels Außenminister: Es gibt bereits Anzeichen für Differenzen zwischen politischen Entscheidungsträgern und militärischen Verantwortlichen in Teheran
13.03.2026 08:31 Uhr
Der israelische Außenminister Gideon Sa’ar sieht nach Beginn der gemeinsamen Militärschläge von Israel und den USA gegen den Iran erste Spannungen innerhalb der Führung in Teheran. In einem Interview mit der »Jerusalem Post« erklärte er, es gebe Anzeichen für Differenzen zwischen politischen Entscheidungsträgern und militärischen Verantwortlichen.
Nach Angaben des Ministers hat die laufende Offensive die Handlungsfähigkeit des Regimes bereits geschwächt. »Seine operative Einsatzbereitschaft nimmt ab«, so Sa’ar. Die Angriffe hätten zudem dem Bild der Stärke der Führung sowohl im Inland als auch international erheblichen Schaden zugefügt.
Der Außenminister war eigenen Angaben zufolge an den Beratungen beteiligt, in denen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit Regierungsmitgliedern über die militärische Strategie gesprochen hatte. Die Operation sei eng mit Washington abgestimmt worden. Sa’ar widersprach der Darstellung, Israel habe die USA in den Krieg hineingezogen.
»Das spricht für sich«
»Ich habe nicht die Absicht, den Inhalt des Dialogs zwischen uns und der Regierung zu teilen, aber Präsident Donald Trump sah und sieht die Situation genau so wie wir«, erklärte er. »Das spiegelte sich bereits im Eintritt der USA in die militärische Aktion im Juni 2025 wider. Erst recht jetzt. Das war nicht bloß eine Beteiligung; es war eine gemeinsame Operation mit gemeinsamer Planung, und das spricht für sich.«
Als Ziel des Krieges nannte der Minister laut »Jerusalem Post« eine dauerhafte Schwächung der Bedrohung durch den Iran. »Wir wollen nicht jedes Jahr oder alle zwei Jahre in einen neuen Krieg eintreten«, sagte Sa’ar. »Deshalb ist unser Ziel, die existenziellen Bedrohungen, die der Iran für Israel darstellt, langfristig zu beseitigen und nicht nur vorübergehend.«
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Ein Sturz der Führung in Teheran sei jedoch kein offizielles militärisches Ziel gewesen. »Ein Regimewechsel könnte eine Konsequenz der Operation sein. Dieser muss aber nicht zwangsläufig Teil der Militärkampagne selbst sein«, erklärte der Außenminister.
Ziel sei es gewesen, die Machtstrukturen des Regimes – insbesondere seine Repressionsorgane – zu schwächen, sodass die Bevölkerung selbst Veränderungen herbeiführen könne.
Nach Darstellung Sa’ars haben die Angriffe dem iranischen Raketen- und Atomprogramm erheblich geschadet. »Die Schläge haben dem Programm zur Entwicklung von Atomwaffen, dem Programm für ballistische Raketen sowie verschiedenen Komponenten der Urananreicherung enormen Schaden zugefügt«, sagte er. Dadurch sei Teheran deutlich weiter von der Fähigkeit zum Bau einer Atombombe entfernt.
Gleichzeitig warnte der Minister in dem Gespräch mit der Zeitung, dass sich die grundsätzliche Haltung der iranischen Führung kaum verändert habe – auch nach dem Tod des langjährigen Revolutionsführers Ali Khamenei und dem Machtaufstieg seines Sohnes.
»Die Realität des Lebens während der 47 Jahre der Islamischen Republik beweist, dass dieses Regime seine Natur nicht verändert«, betonte Sa’ar. »Es hat weder seine Absicht noch seinen Plan geändert, den Staat Israel zu zerstören«, betonte der Außenminister.
Der Krieg habe zudem neue politische Konstellationen im Nahen Osten ermöglicht. Mehrere arabische Staaten reagierten zunehmend verärgert auf iranische Angriffe in der Region. »Die iranische Achse existierte bereits vorher, aber jetzt ist eine ziemlich breite regionale Ausrichtung gegen sie entstanden«, erklärte Sa’ar.
Auch innerhalb des Konflikts mit der libanesischen Terrororganisation Hisbollah schloss der Minister eine Ausweitung der israelischen Militärschläge nicht aus, um die Angriffe aus dem Libanon zu unterbinden. im
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