Rätsel um antikes Baby-Massengrab
01. Mai 2026 – 14. Ijar 5786
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Rätsel um antikes Baby-Massengrab
Wissenschaftler der Universität Tel Aviv haben Knochenreste aus der Perserzeit gefunden, die in Tel Aseka bestattet wurden. Etwa 70 Prozent stammen von Kindern unter zwei Jahren
Ein archäologischer Fund in Israel wirft derzeit viele Fragen auf: In einer antiken Zisterne in Tel Aseka, rund 30 Kilometer südwestlich von Jerusalem in der »Schfela«, der Judäischen Tiefebene gelegen, entdeckten Forscher Hunderte Knochen von Säuglingen und Kleinkindern in einem Massengrab.
Die etwa 2500 Jahre alten Überreste, die aus den Anfängen der Perserzeit (550–330 v.d.Z.) stammen, könnten neue Einblicke in den Umgang mit verstorbenen Kindern im antiken Königreich Juda geben, dessen Gründung laut biblischer Überlieferung auf König David zurückgeht.Es soll sich um das erste bekannte Grab dieser Art in Israel handeln. Noch ist unklar, wer die Kinder waren und warum sie auf diese Weise bestattet wurden.
Die Entdeckung beruht auf Ausgrabungen, die der Archäologe Oded Lipschits von der Universität Tel Aviv gemeinsam mit seinem Team seit Anfang der 2010er-Jahre an der antiken Stätte durchführte.2013 stießen die Wissenschaftler auf dem Hügel von Tel Aseka auf ein Wasserreservoir aus alten Zeiten. Zunächst schien der Fund kaum ungewöhnlich. In den tieferen, älteren Schichten fanden die Archäologen zunächst das, was man in solchen Bauwerken erwartet: Keramikgefäße, die zum Schöpfen von Wasser verwendet wurden.Doch näher an der Erdoberfläche änderte sich das Bild. Zu ihrer großen Überraschung stießen sie auf Hunderte kleiner Menschenknochen. »Wir gruben sehr sorgfältig und langsam, sammelten jedes Fragment und jeden Gegenstand und dokumentierten jeden Zentimeter des Geländes«, sagte Lipschits im Gespräch mit der Jüdischen Allgemeinen, »aber wir verstanden zunächst nicht, was wir da gefunden hatten.«
Und der Fund verstörte ihn auch: »Wir waren in dieser Stätte oft mit Kindern, meinen und denen von Kollegen, die uns beim Graben halfen. Die vielen Knochen von toten Babys zu sehen, war schwer.« Er brauchte »tatsächlich einige Jahre, um den Mut aufzubringen, diese Entdeckung zu untersuchen«. Die Ergebnisse wurden Ende März im »Palestine Exploration Quarterly Journal« veröffentlicht.
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