»Wir richten den Blick nach vorn«
28. April 2026 – 11. Ijar 5786
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»Wir richten den Blick nach vorn«
Toby Axelrod über 20 Jahre Limmud Deutschland, Herausforderungen und eine ganz besondere Aktion
Frau Axelrod, Sie gehörten viele Jahre dem Vorstand von Limmud an und werden ab dem 30. April, wenn das diesjährige Lernfestival beginnt, wieder dabei sein. Seit 2006 gibt es Limmud, dessen Wurzeln in Großbritannien liegen, auch in Deutschland. Wie würden Sie die Idee des Treffens beschreiben?Es ist ein fröhliches, langes Wochenende mit viel jüdischem Lernen, kreativen Workshops, bereichernden Begegnungen, leckerem koscheren Essen sowie mehreren verschiedenen Schabbat-Gottesdiensten, das von Freiwilligen organisiert wird. Es ist ein Fest, bei dem jeder zugleich Lehrender und Lernender ist. Denominationsübergreifend – von orthodox bis säkular – sind alle Jüdinnen und Juden angesprochen. Auch patrilineare Juden, nichtjüdische Partnerinnen und Partner sowie Personen im Giur-Prozess können teilnehmen. Man muss kein Mitglied einer Gemeinde sein. Würden wir die Türen auch für Nichtjuden öffnen, gäbe es zwar mehr Teilnehmende, aber es wäre kein jüdisches Festival mehr, in dem wir in einem geschützten Raum offen über alles sprechen können.
Vor 20 Jahren fand Limmud zum ersten Mal in Deutschland statt. Werden Sie das Jubiläum würdigen?Natürlich werden wir zurückblicken. Damals war es eher ungewöhnlich, dass Jüdinnen und Juden unterschiedlicher Strömungen – säkular, orthodox, liberal und weitere – zusammenkamen. Auch war es ungewöhnlich, dass deutsch- und russischsprachige Juden zusammen unter ein Dach kamen. Gleichzeitig richten wir den Blick nach vorn. Eine der größten Herausforderungen ist die Finanzierung: Wie können wir die Kosten senken? Wer wird uns finanziell unterstützen? Auch genügend Ehrenamtliche zu finden, die alles organisieren, ist nicht immer leicht. Meiner Meinung nach war die Freiwilligenkultur und die multidenominationale Kultur von Anfang an beispielhaft und wurde später auch von anderen........
