Der Elvis der Violine
17. April 2026 – 30. Nissan 5786
AboAngebote PrintAbo-Service
AboAngebote PrintAbo-Service
Der Elvis der Violine
Ivri Gitlis ist ein Phantom. Er bespielte mit seiner Geige die großen Bühnen und musizierte mit den Stars der Musikbranche. Seinen Namen kennen heute aber nur die wenigsten. Eine Arte-Doku begibt sich auf Spurensuche
Ivry Gitlis galt schon früh als Wunderkind und blickte einer außerordentlichen Karriere entgegen. Er trat mit fast allen großen Orchestern der Welt auf und wurde so populär, dass er mit John Lennon und Oscar Peterson musizierte. Das Porträt »Ivry Gitlis – Von der Kunst (k)ein Geiger zu sein« von Gai Tordjman - am Sonntag (19. April) von 23.50 Uhr bis 0.45 Uhr auf Arte - zeichnet seinen Lebensweg nach.
Warum in aller Welt ist dieser Künstler heute nur noch ein Phantom der Musikwelt? Gai Tordjman hätte nie gedacht, dass ausgerechnet er diese Frage eines Tages beantworten würde. Der junge israelische Filmemacher kam mit großen Erwartungen nach Paris, wo er mit seinen ambitionierten Projekten jedoch kein Glück hatte. Das änderte sich, als er »in einer lauen Aprilnacht 2016« aus dem geöffneten Nachbarfenster Violinenklänge hörte. Er fand heraus, dass dort ein gewisser Ivry Gitlis fiedelte. Diesen Namen kannte er aus dem Mund seiner Mutter, einer Sängerin, deren Musiklehrer der Schwager von Ben Gurion war.
Tordjman schrieb dem Geiger einen Brief, den er, zu einem Papierflieger gefaltet, ins Zimmer gegenüber segeln ließ. Der quirlige 94-Jährige schaute aus dem Fenster - es war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. Bis zu Gitlis‘ Tod im Jahr 2020 nahm der junge Regisseur 120 Stunden Filmmaterial mit dem 1922 als Yitzhak-Meir (Isaac) Gitlis Geborenen auf. Gewiss, es gibt bereits Porträts über den hebräischen Ausnahmekönner. 2004 konzentrierte sich der britische Film »Ivry Gitlis and the Great Tradition« auf die Arbeitsweise des Ausnahmegeigers. Die französische Dokumentation »Le Violon sans frontières« ist eher ein musikalisches Roadmovie.
Jüdische........
