Wundersame Rückkehr
29. Oktober 2026 – 18. Cheschwan 5787
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Eine Delegation des Temple Chai aus Phoenix, Arizona, brachte einen Wimpel und eine Parochet, die 88 Jahre verschollen waren, zurück in die Synagoge Oranienburger Straße
Die Zeit geht wundersame Wege, und manchmal vermag sie auch Wunden zu heilen. »Wir sind hierhergekommen, um etwas zurückzugeben, das einen sehr langen Weg hinter sich hat«, sagt die amerikanische Rabbinerin Bonnie Koppel zum Auftakt einer feierlichen Zeremonie in der Synagoge Oranienburger Straße. Sie steht unter dem Titel »Eine Heimkehr. Eine Zeremonie des Gedenkens, der Rückkehr und der Kontinuität« und wird gemeinsam von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und dem amerikanischen Temple Chai ausgerichtet. Im Zentrum der Feier stehen eine kostbare historische Parochet und ein Tora-Wimpel.
Die beiden rituellen Gegenstände werden im Repräsentantensaal ausgestellt, gewissermaßen als Herzstücke der Veranstaltung. Doch Rabbi Koppel ist nicht allein aus Phoenix, Arizona, in die deutsche Hauptstadt gekommen. Die kleine Delegation, extra für diese Zeremonie aus den USA angereist, besteht aus 27 Gemeindemitgliedern. Es war ihnen ein Anliegen, die lange verschollenen rituellen Gegenstände gemeinsam an ihre ursprüngliche Stätte zurückzubringen, aus der sie vor 88 Jahren gewaltsam entrissen wurden.
»Wenn mir jemand erzählt hätte, dass diese Gegenstände aus Phoenix eines Tages nach Berlin zurückkehren, ich hätte es nicht geglaubt«, sagt Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, immer noch erstaunt.
Vieles, was 1938 nicht zerstört oder geschändet wurde, wird gestohlen
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erreicht ein wütender antisemitischer Mob das größte jüdische Bethaus der Stadt, die Synagoge in der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte. Die Nazis verwüsten das prächtige Gebäude.
Vieles, was nicht zerstört oder geschändet wurde, wird gestohlen. Es wurde Feuer gelegt, der Trausaal demoliert, einige Fenster wurden zerschlagen und die Torarollen auf dem Boden ausgerollt. Größere Schäden konnte der Reviervorsteher Wilhelm Krützfeld vom Polizeirevier Hackescher Markt........
