Von der Liebe in Zeiten der ’Ndrangheta
28. Juli 2026 – 14. Aw 5786
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Von der Liebe in Zeiten der ’Ndrangheta
In seinem Tatsachenroman erzählt der italienisch-jüdische Autor Roberto Saviano die Geschichte einer verschwundenen Frau
Die falsche Liebe kostete sie das Leben. Im Florenz der späten 70er-Jahre verliebte sich die 20-jährige Psychologie-Studentin Rossella Casini in Francesco, einen jungen, draufgängerischen Mann aus Kalabrien. Lärmend und fröhlich war er mit Freunden in ihr Mietshaus gezogen, ein neuer Nachbar, der nicht zu ignorieren war. Rossella ist bezaubert von Francescos jungenhaftem Charme, von seiner liebevollen Entschlossenheit. Bald werden die beiden ein romantisches Paar.
In seinem Tatsachenroman Meine Liebe stirbt nicht nimmt sich der italienisch-jüdische Autor Roberto Saviano sehr viel Zeit, um das Aufblühen dieser Beziehung zu gestalten, mit großen Emotionen und einem sprachlichen Überschwang, der dem jugendlichen Gefühlsleben durchaus entspricht. Die Leser brauchen diesen langen erzählerischen Vorlauf, in den der Autor sehr geschickt leise Zweifel und Verstörungen hineinwebt, um die intensive Hingabe Rossellas zu verstehen, ihre Tapferkeit und ihre Aufopferung für den geliebten Mann.
Das verbrecherische Erbe antreten
Erst spät begreift sie: Francesco ist der Sohn einer mächtigen Familie der ’Ndrangheta, der kalabrischen Mafia, er soll das verbrecherische Erbe antreten. Dennoch zieht sie mit ihm ins süditalienische Palmi, wo ein blutiger Familienkrieg um die Vorherrschaft tobt, in den auch Francescos Verwandte verwickelt........
