Ruine mit Herz
02. August 2026 – 19. Aw 5786
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Einst das Zuhause des Reformjudentums, stand der Israelitische Tempel kurz vor dem Verfall. Eine Bürgerinitiative und die Stadt wollen den historischen Ort nun neu beleben. Ein Besuch im Hinterhof
Weiße Buchstaben auf rußgeschwärztem Grund: »Pool – Straße – Bleibt«, daneben ein Herz. Mit Kreide hat jemand diese Worte an die Apsis des Israelitischen Tempels in Hamburg geschrieben. Eine alte Backsteinwand, an der die Geschichte ihre rußigen Spuren hinterlassen hat.
Als der Tempel im September 1844 eröffnet wurde, war an der Stelle, an die heute das weiße Herz gemalt ist, der Innenraum der Synagoge. Von dort aus blickte man in einen Raum, in dem mehr als 600 Frauen und Männer Platz fanden. Nur die Wand mit der Apsis, dem hohen kuppelhaften Bogen, ist von dem prächtigen Bau übrig geblieben; sie hielt allen Angriffen stand, auch dem letzten, einer Bombe der Alliierten im Jahr 1944. Alle anderen Teile der Synagoge wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Über Jahrzehnte sammelten sich Schutt und Staub an. Eine Druckerei zog in die Nebengebäude, auch eine Autowerkstatt. Das Haus, das einst als der erste liberale Tempel in Deutschland galt, war dem Verfall überlassen und eine Sache für den Denkmalschutz.
Seit einigen Jahren wächst das Interesse am Hinterhof in der Poolstraße in der Hamburger Neustadt. Und eine vor ein paar Monaten eröffnete Ausstellung mit dem appellativen Namen »Bewahrt im Verborgenen« war sogar Teil des Architektursommers in der Hansestadt. Sie will historische Schichten, bauliche Zeugnisse sowie deren Bedeutung und ihre zukünftige Nutzung sichtbar machen – und lud Besucherinnen und Besucher ein, den Ort als jüdisches Kulturdenkmal zu entdecken.
Die meisten Zeugnisse jüdischen Lebens in Hamburg sind nicht mehr auffindbar.
Die meisten Zeugnisse jüdischen Lebens in Hamburg sind nicht mehr auffindbar.
Die meisten Zeugnisse jüdischen Lebens in Hamburg sind allerdings nicht mehr auffindbar, betonte Hendrik Althoff,........
