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Missbrauch als Waffe

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24.05.2026

24. Mai 2026 – 8. Siwan 5786

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Auf Basis von Tausenden Videos, Fotos und Zeugenaussagen dokumentiert ein neuer Bericht systematische sexuelle Übergriffe der Terroristen am 7. Oktober und danach

Warnung: Dieser Text enthält verstörende Gewaltschilderungen. Bitte beachten Sie dies vor der Lektüre und gegenüber Minderjährigen.

Bald nach seiner Freilassung sitzt der 65-jährige Keith Siegel still vor einer Kamera. 484 Tage war er Geisel der Hamas. Die Hände liegen ruhig im Schoß, die Stimme bleibt kontrolliert. Doch immer wieder bricht etwas durch, wenn er über die Gefangenschaft in Gaza spricht – Momente der Erniedrigung, der Angst, des völligen Ausgeliefertseins, die sich nicht in einfache Sätze pressen lassen. Später wird er auch vom sexuellen Missbrauch durch die Terroristen berichten.

Diese Szenen sind in einem Trailer auf der Website der israelischen Zivilkommission (Civil Commission on October 7th Crimes by Hamas against Women and Children) zu sehen, die damit auf die Veröffentlichung des bisher umfassendsten Berichts über die systematische sexualisierte Gewalt bei den Hamas-Massakern am 7. Oktober 2023 hinweist.

»Silenced no more. Sexual Terror Unveiled« (Nicht länger zum Schweigen gebracht. Sexueller Terror offengelegt) heißt der Report, an dem mehr als zwei Jahre lang gearbeitet wurde. Er ist der Versuch nachzuweisen, dass sexualisierte Gewalt von der Terrororganisation Hamas am 7. Oktober und in der Gefangenschaft der Geiseln als Kriegswaffe eingesetzt wurde, als Mittel zur Demütigung und als Instrument des Terrors.

10.000 Fotos und Videosequenzen

Für den Bericht der von der Juristin Cochav Elkayam-Levy gegründeten unabhängigen Kommission wurden mehr als 10.000 Fotos und Videosequenzen, rund 1800 Stunden Bildmaterial sowie mehr als 430 Zeugenaussagen, Interviews und forensische Analysen ausgewertet. Viele der Aufnahmen stammen von den Tätern selbst: Videos von Handykameras und Bodycams, Livestreams, Aufnahmen aus Telegram-Kanälen und sozialen Netzwerken.

Die Kommissions-Experten kommen zu einem klaren Schluss: Die Übergriffe seien weder zufällig noch vereinzelt gewesen. Vielmehr habe es wiederkehrende Muster gegeben, die auf einen organisierten und koordinierten Einsatz sexualisierter Gewalt als Waffe hindeuteten. Der Bericht identifiziert 13 Formen solcher Verbrechen – darunter Vergewaltigungen, Gruppenvergewaltigungen, sexuelle Folter, Verstümmelungen, erzwungene Nacktheit sowie Misshandlungen vor Angehörigen.

In mindestens einem dokumentierten Fall seien Familienmitglieder gezwungen worden, sexuelle Gewalt gegeneinander auszuüben. Dafür prägte die Kommission einen neuen........

© Juedische Allgemeine