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Herzl im Casino

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27.08.2026

27. August 2026 – 14. Elul 5786

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Das Konzerthaus feiert in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag – es ist auch ein jüdisches Jubiläum

Der Name täuscht – Roulette wurde im Stadtcasino von Basel nie gespielt. Doch von Anfang an war das Gebäude im Zentrum der Stadt ein Begegnungsort, denn das bezeichnet das Wort Casino (italienisch für »kleines Haus«) eben auch. Der 1826 vom Architekten Melchior Berri erschaffene Prachtbau wurde zum Treffpunkt der feinen Basler Gesellschaft und zu einem Ort, an dem schon sehr bald Konzerte und andere musikalische Zusammenkünfte stattfanden.

Dass der 200. Geburtstag des heute fast ausschließlich als Konzertsaal genutzten Baus auch für die jüdische Gemeinschaft eine Bedeutung haben könnte, zeichnete sich noch Jahrzehnte nach der Einweihung nicht ab. Denn das heute als liberal geltende protestantische Basler Bürgertum war damals eher judenfeindlich eingestellt und blieb gern unter sich – ohne Juden.

Ein Platz in der jüdischen Weltgeschichte

Das änderte sich jedoch bald, vor allem durch jüdische Künstler, die hier auftraten, auch wenn dafür die Kunst und nicht die Religion verantwortlich zeichnete. Einen Platz in der jüdischen Weltgeschichte sicherte das dem imposanten Gebäude jedoch nicht. Den verdankt das Stadtcasino keinem Geringeren als Theodor Herzl (1860–1904). Fast im Alleingang entschied der Begründer des modernen Zionismus 1897 nämlich nicht nur, den ersten Zionistenkongress der Geschichte in Basel durchzuführen, sondern auch, dass dafür das Stadtcasino der richtige Ort wäre.

Für den ersteren Entscheid war der schon damals neutrale Status der Schweiz verantwortlich. Nachdem die Durchführung des geplanten Kongresses in München nämlich am innerjüdischen Widerstand gescheitert war, wollte Herzl eigentlich in Zürich tagen. Doch da die Limmatstadt am Ende des 19. Jahrhunderts mit Spitzeln des russischen Zarenreichs durchsetzt war und weil Basel über ein bekanntes koscheres Restaurant verfügte – das der eher religionsferne Herzl persönlich zwar nicht besonders schätzte, aber um dessen........

© Juedische Allgemeine