Gesinnung von der Stange
25. Juni 2026 – 10. Tamus 5786
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Gesinnung von der Stange
Antisemitismus und eine feindliche Haltung gegenüber Israel stehen in der Modewelt hoch im Kurs. Längst gehören sie zum ideologischen Accessoire so mancher Marke
Fashion Victim kann man bekanntermaßen ganz schnell werden. Eine gänzlich andere Bedeutung aber bekommt das Wort, wenn man sich in die Untiefen der Branche begibt. Es herrscht dort ein unschöner Ton gegenüber jüdischen Unternehmern und Modeschöpfern, nicht selten unausgesprochen, dafür aber geschickt kodiert und von giftiger Farbigkeit. In Instagram-Storys oder sogar Luxus-Kampagnen zeigt sich: Feilgeboten werden nicht nur edle Stoffe und Geschmeide, sondern auch wohlverpackte Angriffe gegen jüdische Kunden und Konkurrenten. Nicht zu vergessen antisemitische Spitzen als Zugabe für besonders hofierte Kunden.
Auf einem hart umkämpften Terrain zählt die Macht des Konsumenten. Die Waage neigt sich seit Jahren auf die Seite muslimischer Verbraucher. Sie leben in den wichtigsten Wachstumsregionen eines globalen Luxusgütermarkts, der im kommenden Jahrzehnt voraussichtlich ein Volumen von 500 Milliarden Dollar erreichen wird.
Luxusgüter, die islamischen Anforderungen und Vorschriften entsprechen, sind omnipräsent
»Halal Luxury«, also Luxusgüter, die islamischen Anforderungen und Vorschriften entsprechen, sind inzwischen omnipräsent. Findige Designer respektieren islamische Kleidungsnormen. Sogar die italienische Marke Dolce & Gabbana versuchte 2016, mit einer Hijab- und Abaya-Kollektion muslimische Käuferschichten zu erschließen. Eine »verzaubernde Bildergeschichte über die Anmut und Schönheit der wundervollen arabischen Frauen« hatten die Designer im Sinn.
Feilgeboten werden nicht nur edle Stoffe, sondern auch Angriffe gegen Juden.
Feilgeboten werden nicht nur edle Stoffe, sondern auch Angriffe gegen Juden.
Der französische Semiotiker Roland Barthes analysierte bereits in den 60er-Jahren, wie Kleidungsstücke mit Bedeutungen aufgeladen werden. Das geschieht in Schrift und Bild. Der Stoff wird zum Träger von Mythen, das Gewebe zum Code und im Extremfall zum Propagandamaterial. Der Vorteil von Mode als Messenger liegt darin, dass der Designer oder Unternehmer nicht verantwortlich gemacht werden kann für die Wahrnehmung potenzieller Kunden. Es sind Bilder in sozialen Medien, Influencer und Prominente, die das Image eines Labels organisch und selbstläufig gestalten.
So prägt Michèle Lamy, Ehefrau und Geschäftspartnerin des gehypten Designers Rick Owens,........
