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Der schweigende Oligarch

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02. August 2026 – 19. Aw 5786

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Der schweigende Oligarch

Roman Abramowitsch ist immer wieder Ziel antisemitischer Propaganda. Doch er ist auch regelmäßig zu Gast im Kreml

Am 21. Mai kam es in Kyjiw zu einem Treffen zwischen dem ukrainischen Staatspräsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Geschäftsmann Roman Abramowitsch. Die Nachricht von dessen Reise, die offenbar vom russischen Präsidenten Wladimir Putin gebilligt worden war, löste unter radikalen russischen Kriegsbefürwortern Unmut und Enttäuschung aus: Ist Abramowitschs Auftritt in Kyjiw ein Zeichen dafür, dass Putin doch zu einem direkten Treffen mit Selenskyj und sogar zu einem Kompromiss bereit ist?

Diese von etlichen russischen Bloggern gestellte Frage ist berechtigt: Abramowitsch gilt als Mann des Ausgleichs, der an nahezu allen bislang gescheiterten Vermittlungsversuchen beteiligt war, Gefangenenaustausche begleitete und zudem 2022 an einem Abkommen mitwirkte, das den Export von Getreide aus ukrainischen Schwarzmeerhäfen ermöglichte.

Einziger Gegner eines »ernsten Krieges« in Putins Umfeld

Da sich Putin weiterhin entschlossen zeigt, den Krieg fortzusetzen, erweisen sich diese Sorgen als unbegründet. Abramowitsch bleibt dennoch Ziel heftiger, häufig antisemitisch geprägter Angriffe. So zählt etwa der Philosoph Alexander Dugin ihn zum derzeit einzigen Gegner eines »ernsten Krieges« in Putins Umfeld und brachte Abramowitsch sogar mit dem Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Verbindung.

Der inzwischen 59-jährige Abramowitsch kennt derartige Anfeindungen seit den 90er-Jahren, als Dugin und Gleichgesinnte ihn, Boris Beresowski und andere Oligarchen jüdischer Herkunft zum Symbol einer angeblichen »jüdischen Herrschaft« in Russland erklärten. Dabei kommen die jüngsten Angriffe Abramowitsch sogar entgegen. Sie stärken das von ihm im Westen verbreitete Bild eines besonnenen Vermittlers, der zur Beendigung des Blutvergießens beitragen möchte.

Aber welche Rolle spielt Abramowitsch bei den Ukraine-Gesprächen? Und welche Ziele verfolgt........

© Juedische Allgemeine