Der Mann, der die Farben bewegte
24. Juni 2026 – 9. Tamus 5786
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Der Mann, der die Farben bewegte
Yaacov Agam, Israels wohl berühmtester Künstler, ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Bekannt wurde der Pionier der kinetischen Kunst vor allem durch seinen Brunnen auf dem Dizengoff-Platz in Tel Aviv
Er stand im Mittelpunkt. Wenn die Menschen in den späten 80er-Jahren in Tel Aviv über die Boulevards flanierten, machten sie fast alle am Dizengoff-Platz halt. Dort stand ein Kunstwerk von Yaacov Agam wie eine überdimensionale fünfstöckige Torte in kunterbunten Farben, sprühte Feuer und Wasser und drehte sich zu klassischer Musik. Vielleicht war dies nicht für jeden Geschmack etwas, doch die Israelis liebten ihren Agam. Der Brunnen wurde zum Wahrzeichen der Stadt.
Die zu festgelegten Zeiten aktivierten Wasserstrahlen, tosenden Flammen und Lichteffekte kreierten ein sich ständig wandelndes Element mitten im städtischen Raum – genau so, wie es der Vision von Agam entsprach. Ihm selbst konnte es gar nicht bunt genug sein. Er liebte Farben über alles. Wenn sich dazu noch etwas drehte und bewegte, war Agam ganz in seinem Element. Kunst sollte nach seiner Auffassung »nicht statisches Objekt sein, sondern fortwährendes Erlebnis, das durch eine Begegnung von Werk, Raum und Betrachter entsteht«. Am 21. Juni ist der Künstler im Alter von 98 Jahren in Israel gestorben.
Geboren wurde Yaacov Agam 1928 als Spross einer religiösen Familie
Geboren wurde Agam 1928 als Yaacov Gibstein in der Kleinstadt Rischon LeZion als Spross einer religiösen Familie. Er studierte an der Hochschule für Bildende Künste Bezalel in Jerusalem und bildete sich anschließend in Europa künstlerisch weiter. Später erzählte er, dass er zu dieser Zeit in bitterer Armut lebte und Material für seine Arbeiten in Mülltonnen sammelte. Eine Begegnung mit einem Pariser Künstler führte zur ersten Ausstellung Yaacov Agam – Kunst in Bewegung. Es........
