Blick in die Vergangenheit
30. August 2026 – 17. Elul 5786
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Blick in die Vergangenheit
Die jüdische Geschichte Münchens erlebte viele Umbrüche – und ist kaum jünger als die urkundlich verbürgte Historie der Stadt selbst
Wenn die Fußgänger in diesem Spätsommer durch die Münchner Altstadt spazieren, passieren sie viele, auf den ersten Blick unscheinbare Straßen und Ecken. Doch hinter einigen dieser Orte steckt die lebendige jüdische Geschichte der Stadt, die erst das geschulte Auge wieder ins Zentrum rückt. In der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG) ist es Stadtführer Chaim Frank, der diesen Blick in die Vergangenheit seit vielen Jahren pädagogisch zu vermitteln weiß.
»Überall, wo ich lebte, hat mich die jüdische Geschichte interessiert«, erklärt Frank seine Berufung zum Stadtführer durch das jüdische München. Für mehrere Jahrzehnte begleitete er interessierte Zuhörer durch die Altstadt, durch das Gärtnerplatzviertel, bis nach Schwabing und über den Alten Israelitischen Friedhof. Damit machte er oft jene Orte wieder lebendig, auf die heute nicht einmal eine historische Gedenktafel hinweist.
Leidenschaft für das lebendige Erinnern
Seine eigentliche Heimat ist ihm München aber nicht wirklich geworden. Geboren in einem DP-Lager in Wien, studierte Frank in Wien Kunstgeschichte und später Judaistik, arbeitete in Paris als Kunstrestaurator und kam 1984 eher zufällig nach München. Seine Frau, eine Opernsängerin, hatte eine berufliche Chance beim Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks ergriffen, ihre Karriere sollte sie aber bald weiter durch die Welt führen, und Chaim Frank blieb in der Münchner Kehilla. Seine Leidenschaft für das lebendige Erinnern konnte Frank für viele Jahre mit dem von ihm geschaffenen Dokumentations-Archiv für Jüdische Kultur und Geschichte umsetzen. Das seit 1984 bestehende biografische Archiv........
