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Auf den Spuren der Pilger

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21.05.2026

21. Mai 2026 – 5. Siwan 5786

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Auf den Spuren der Pilger

Seit Januar kann man auf jener Straße gehen, auf der zu Schawuot einst Juden ihre Früchte zum Tempel brachten. Die Ausgrabungen bekräftigen religiöse Überzeugungen – und entfachen politische Konflikte

Es muss ein riesiges Gedränge gewesen sein, damals, vor rund 2000 Jahren zu Schawuot in Jerusalem: Jüdische Pilger aus der gesamten Umgebung strömten in die Stadt. Hunderttausende sollen es gewesen sein, die zum Wochenfest ihre Körbe packten. Jeder jüdische Landbesitzer war angehalten, die ersten reifen Früchte seiner Felder und Bäume nach Jerusalem zu bringen: Weizen und Gerste, Trauben, Feigen, Granatäpfel, Oliven und Datteln.

Auf dem Tempelberg bereiteten derweil Priester die Tieropfer für den Feiertag vor, außerdem zwei gesäuerte Brote, die man aus dem Weizen buk, der in der Omerzeit herangereift war.

Die Pilger folgten der Anweisung der Tora

Die Pilger folgten der Anweisung der Tora (5. Buch Mose 16,16): »Dreimal im Jahr sollen erscheinen all deine Männlichen vor dem Angesichte des Ewigen, deines G’ttes, an einem Orte, den er erwählen wird: am Feste der ungesäuerten Brote, und am Feste der Wochen, und am Feste der Hütten.« An Pessach, Schawuot und Sukkot boten die Pilgerfeste eine Gelegenheit, in der Gemeinschaft den Bund mit G’tt zu bekräftigen und sich der Heiligkeit Jerusalems und des Tempels bewusst zu werden.

Über die römische Zeit, als Cestius Gallus Statthalter der Provinz Syrien war, berichtet der jüdische Historiker Flavius Josephus: »Als aber Cestius einst kurz vor dem Feste der ungesäuerten Brote nach Jerusalem kam, sammelte sich das Volk in einer Anzahl von nicht weniger als drei Millionen um sein Tribunal« (Geschichte des jüdischen Krieges 2,14). An anderer Stelle schreibt Flavius Josephus, dass die Hohepriester die geschlachteten Opfer gezählt und eine Zahl von 255.600 ermittelt hätten. Das macht, um nur zehn Teilnehmer für jedes Opfer anzusetzen, 2,6 Millionen Menschen.

Auch wenn der Andrang riesig war, sei die Stadt wie durch ein Wunder nicht überfüllt gewesen.

Auch wenn der Andrang riesig war, sei die Stadt wie durch ein Wunder nicht überfüllt gewesen.

Auch wenn diese Zahlen als übertrieben gelten, muss der Andrang der Pilger riesig gewesen sein. Dennoch sei die Stadt nicht überfüllt gewesen: Die Mischna (Awot 5,5) nennt zehn Wunder im Kontext des Tempels und erwähnt, dass jeder........

© Juedische Allgemeine