»Man muss richtig aus dem Vollen schöpfen«
24. Mai 2026 – 8. Siwan 5786
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»Man muss richtig aus dem Vollen schöpfen«
»Man muss richtig aus dem Vollen schöpfen«
Omer Meir Wellber bringt »Mass« von Leonard Bernstein auf die Bühne. Hamburgs Generalmusikdirektor erklärt, welche Faszination von dem Stück ausgeht
Herr Wellber, was unterscheidet Leonard Bernsteins »Mass« von allen anderen Konzert-Messen?Leonard Bernsteins »Mass« trägt eine Art Doppelmaske. Zum einen ist es eine katholische Messe, die er für die katholische Familie des ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy komponierte, wobei der Komponist und Dirigent den gesamten katholischen Background einer Messe benutzt. Zum anderen hat er aber durch seine persönliche Interpretation, und zwar mit vielen modernen Texten, darunter einigen von Paul Simon, »Mass« auch für die Gegenwart sowie für Nichtkatholiken relevant gemacht. Er nutzt dabei die Vorgabe von »Messe« gleichsam als katholischen Schirm, mit dem er viele andere, ganz unterschiedliche Regenarten auffangen kann.
In welcher Sprache werden Sie »Mass« am 24. und 25. Mai aufführen?Die Originalsprache ist Englisch, also wie Bernstein das Stück geschrieben hat. Eine deutschsprachige Version wäre schön gewesen, aber das haben wir nicht geschafft, auch aus rechtlichen Gründen. Bernstein wollte verschiedene Seiten dieser Messe zeigen. Einiges ist in Latein geschrieben und soll für das Publikum ein wenig mysteriös klingen. An anderer Stelle will er eine sprachlich verständliche und interessante Botschaft vermitteln.
Die vom Band eingespielten Stellen sind die Originalaufnahmen von Bernstein?Die sind im großen Paket mit den Noten enthalten, ja.
Was wird in Ihrer Aufführung anders sein als in denen, die bisher zu sehen waren?Das weiß ich noch nicht. Darüber können wir nach dem Projekt noch einmal reden. Ich habe mich aus ganz verschiedenen Gründen zusammen mit meinem Orchester für das Projekt entschieden: Erstens war »Mass« schon lange Zeit auf meiner Liste, weil Bernstein zu seiner Zeit etwas verstanden und geschaffen hat, was die Musikwelt erst heute als ziemlich........
