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»Es braucht eine umfassende Kampagne«

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28.06.2026

28. Juni 2026 – 13. Tamus 5786

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»Es braucht eine umfassende Kampagne«

»Es braucht eine umfassende Kampagne«

Der israelische Diplomat Akiva Tor beklagt, dass das angeschlagene Image seines Landes die nationale Sicherheit des jüdischen Staates gefährdet

Herr Tor, in Ihrer Studie, die Sie gemeinsam mit Ofir Dayan für das unabhängige Institute for National Security Studies (INSS) in Tel Aviv erstellt haben, beschreiben Sie, dass sich Israel »in einer Weise isoliert sieht, die das internationale Ansehen, die nationale Sicherheit, grundlegende Legitimität und jüdische Gemeinden weltweit bedroht«. Ist die Lage tatsächlich so düster?Normalerweise befasst sich das INSS, für das ich arbeite, nicht mit solchen Themen, da es sich ausschließlich auf Fragen nationaler Sicherheit konzentriert. Doch wir kamen zu dem Schluss, dass es sich nicht nur um ein PR-Problem handelt, sondern tatsächlich auch um ein Problem für die Sicherheit Israels. Ja, die Situation ist schlimmer als je zuvor.

Was meinen Sie, wenn Sie sagen, der Imageschaden sei eine Bedrohung für die nationale Sicherheit?Wir sehen es gerade deutlich am Beispiel USA. Der amerikanische Vizepräsident JD Vance traf eine extreme Aussage darüber, wie Israel heute wahrgenommen wird – nämlich, dass »nur noch Präsident Trump Israel wohlwollend gegenübersteht«. Die Art, wie er es ausdrückte, missfiel mir, faktisch falsch war es aber nicht. Wenn die Mehrheit der US-Amerikaner unter 30 Jahren sagt, dass sie der arabischen oder palästinensischen Seite mehr Sympathie entgegenbringen als Israel, gibt es ein existenzielles Problem.

Ein Argument der Studie ist, dass das Fehlen eines klaren politischen Ziels während des Gaza-Krieges Israels Ansehen am meisten beschädigt habe. Inwiefern sehen Sie das so?Man muss verstehen: Wenn Kämpfe mit hoher Intensität schwierige Bilder erzeugen, ist es unmöglich, auf so lange Dauer mit einem unbeschädigten Image davonzukommen. Die israelische Regierung hatte während der gesamten Zeit große Schwierigkeiten, ihre Politik zu formulieren. Und sie tut es bis heute nicht. Da es an einer nachvollziehbaren Erklärung fehlt, wurde der Krieg von vielen Journalisten als »Racheakt gegenüber allen Palästinensern« wahrgenommen. Gleichzeitig führte die Zeitspanne zu einer »Vietnamisierung« des Konflikts. Denn irgendwann ist klar, dass es zu lange........

© Juedische Allgemeine