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„Als Künstler spreche ich eine universelle Sprache“

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04.05.2026

04. Mai 2026 – 17. Ijar 5786

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»Als Künstler spreche ich eine universelle Sprache«

»Als Künstler spreche ich eine universelle Sprache«

Der israelische Bildhauer über den Rücktritt der Jury und die Politisierung der Kunstbiennale von Venedig

Herr Fainaru, kurz vor der offiziellen Eröffnung der Kunstbiennale von Venedig am 9. Mai hat die internationale Jury ihren Rücktritt erklärt. Was war Ihr Gefühl, als Sie davon erfahren haben?Ich habe mich gefreut. Denn dass ich laut der Entscheidung der Jury nicht am Wettbewerb teilnehmen sollte, weil ich ein jüdischer Künstler aus Israel bin, empfand ich als diskriminierend und auch als rassistisch. Ich kenne die Erfahrung der Diskriminierung und des Antisemitismus aus Rumänien, wo ich geboren bin. Jetzt bin ich froh, dass ich in Venedig genauso behandelt werden soll wie alle anderen Künstler.

Sie bespielen den israelischen Pavillon mit einer Installation, die sich auf Gedichte von Paul Celan bezieht. Die Jury wollte Russland und Israel ursprünglich vom Wettbewerb ausschließen mit der Begründung, dass  Staats- oder Regierungschefs beider Länder vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) mit Vorwürfen von Kriegsverbrechen konfrontiert sind. Geht es bei der Biennale überhaupt noch um Kunst?Ich jedenfalls bin als Künstler nach Venedig gekommen, und nicht, um meine politische Haltung oder diejenige meines Landes zu vertreten oder um mich zu Vorwürfen gegen einen Regierungschef zu äußern. Das würde ich sehr gerne den Politikern überlassen. Ich nehme an einer........

© Juedische Allgemeine