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Die Straße von Hormus darf nicht freigebombt werden

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Die Straße von Hormus ist derzeit das Fieberthermometer für die Weltwirtschaft. Besonders schmerzhaft ist die De-facto-Blockade für die Scheichtümer am Golf. Sie haben durch den Export von Öl und Gas einen beispiellosen Wohlstand erlangt, den der Iran-Krieg ernsthaft gefährdet. So überrascht es nicht, dass die Golfstaaten im UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf eingebracht haben, der die freie Handelsschifffahrt durch die Meerenge garantieren soll. Das Pikante: Einzelne Staaten oder internationale Partnerschaften sollen „alle notwendigen Mittel“ – also auch militärische – einsetzen dürfen.

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Ein Verzweiflungsakt der arabischen Länder. Denn das Nadelöhr für den globalen Ölhandel kann nicht mitten im Krieg freigebombt werden. Es würde eine weitere Eskalation provozieren. Die Preise für Öl und Gas würden in astronomische Höhen schießen und die globale Konjunktur komplett abwürgen. Die Vetomächte Russland und China würden zudem einen derartigen Entwurf abschmettern.

Wenn der UN-Sicherheitsrat vermutlich an diesem Samstag über eine Resolution abstimmt, dürfte eine verwässerte Version auf dem Tisch liegen. Zur Wahrung der freien Schifffahrt dürften „alle notwendigen defensiven Mittel“ eingesetzt werden, heißt es. Eine Gummi-Formulierung, die breiten Interpretationsspielraum lässt. Es steht außer Frage, dass die internationale Gemeinschaft alles daransetzen muss, den Transport durch die Meerenge zu gewährleisten. Dazu gehört auch ein breites Sicherheitsarrangement, das im Zweifelsfall eine militärische Eskortierung von Containerschiffen vorsieht. Dies muss Iran in Verhandlungen abgerungen werden – nach dem Krieg.


© IKZ