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Die FDP muss sich entscheiden – klare Kante oder Liberallala

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23.03.2026

Christian Dürr zieht die Reißleine – und bleibt doch im Spiel. Nach den krachenden Niederlagen der FDP in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz tritt der Parteichef zurück, nur um gleichzeitig wieder für den Bundesvorsitz im Mai zu kandidieren.

Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, ist aber vor allem eines: ein bewusst gesetzter Impuls. Dürr zwingt seine Partei zu einer Debatte, die sie viel zu lange vermieden hat: Wofür steht die FDP eigentlich noch?

Die Liberalen stehen an einer Weggabelung. Orientieren sie sich an progressiven Vorbildern wie dem niederländischen D66 oder den österreichischen Neos mit ihrem Fokus auf Gesellschaftspolitik, Klima und einem modernen Staatsverständnis?

Oder besinnen sie sich auf ihre klassischen Wurzeln: wirtschaftliche Vernunft, Eigenverantwortung, den Leistungsgedanken, Bildung und eine klare Linie in der Migrationspolitik? Viele Wähler aus diesem Lager sind längst zur CDU abgewandert, manche sogar zur AfD – oder haben sich ganz verabschiedet.

Christian Dürr zieht die Reißleine – und bleibt doch im Spiel. Nach den krachenden Niederlagen der FDP in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz tritt der Parteichef zurück, nur um gleichzeitig wieder für den Bundesvorsitz im Mai zu kandidieren.

Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, ist aber vor allem eines: ein bewusst gesetzter Impuls. Dürr zwingt seine Partei zu einer Debatte, die sie viel zu lange vermieden hat: Wofür steht die FDP eigentlich noch?

Die Liberalen stehen an einer Weggabelung. Orientieren sie sich an progressiven Vorbildern wie dem niederländischen D66 oder den österreichischen Neos mit ihrem Fokus auf Gesellschaftspolitik, Klima und einem modernen Staatsverständnis?

Oder besinnen sie sich auf ihre klassischen Wurzeln: wirtschaftliche Vernunft, Eigenverantwortung, den Leistungsgedanken, Bildung und eine klare Linie in der Migrationspolitik? Viele Wähler aus diesem Lager sind längst zur CDU abgewandert, manche sogar zur AfD – oder haben sich ganz verabschiedet.

In Zeiten, in denen politische Ränder lauter und zugespitzter werden, funktioniert das alte Modell der FDP als Sammelbecken unterschiedlicher liberaler Strömungen nicht mehr. Guido Westerwelles Diktum vom „Liberalismus ohne Bindestrich“ wirkt heute fast nostalgisch. Die Realität verlangt nach Klarheit, nicht nach Ausgleich um jeden Preis.


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