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Der deutsche Rechtsstaat kapituliert vor Elon Musk

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05.03.2026

Fast 11.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in einem Automobilbetrieb bereiten sich auf die Betriebsratswahlen vor. Eine Woche vor der Abstimmung meldet sich der Konzernchef und Großaktionär: Wenn hier die Gewerkschaft an die Macht kommt, investiere ich keinen Cent mehr.

Amerikanern würden in solchen Momenten drei Buchstaben auf der Zunge liegen: WTF. Aber die Szene spielt nicht in Detroit. Es ist der größte Arbeitgeber in Brandenburg, bei dem in mehr als 100 Jahren erkämpfte Rechte zum Lästigkeitsfaktor verkommen.

Rechtlich ist das alles zweifelhaft. Aber was kümmert einen das Recht, wenn man ein Vermögen von 800 Milliarden Dollar besitzt? Wenn man Elon Musk heißt?

Das Ergebnis der Betriebsratswahl 2026 in der Gigafabrik Grünheide ist mehr als eine Wahlschlappe für die IG Metall. Es ist ein Triumph des autoritären Silicon-Valley-Kapitalismus über die traditionelle deutsche Mitbestimmungskultur. Es ist eine Kapitulation des Rechtsstaats.

Fast 11.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in einem Automobilbetrieb bereiten sich auf die Betriebsratswahlen vor. Eine Woche vor der Abstimmung meldet sich der Konzernchef und Großaktionär: Wenn hier die Gewerkschaft an die Macht kommt, investiere ich keinen Cent mehr.

Amerikanern würden in solchen Momenten drei Buchstaben auf der Zunge liegen: WTF. Aber die Szene spielt nicht in Detroit. Es ist der größte Arbeitgeber in Brandenburg, bei dem in mehr als 100 Jahren erkämpfte Rechte zum Lästigkeitsfaktor verkommen.

Rechtlich ist das alles zweifelhaft. Aber was kümmert einen das Recht, wenn man ein Vermögen von 800 Milliarden Dollar besitzt? Wenn man Elon Musk heißt?

Das Ergebnis der Betriebsratswahl 2026 in der Gigafabrik Grünheide ist mehr als eine Wahlschlappe für die IG Metall. Es ist ein Triumph des autoritären Silicon-Valley-Kapitalismus über die traditionelle deutsche Mitbestimmungskultur. Es ist eine Kapitulation des Rechtsstaats.

Musk will freie Wahlen – nur nicht in Grünheide

Seit zwei Jahren raufen sich Arbeitsrechtler wegen der Methoden am deutschen Standort von Tesla: Hausbesuche bei krankgeschriebenen Mitarbeitern. Kündigungen von Betriebsräten. Jetzt: Androhung eines Investitionsstopps, sollten die Beschäftigten „die falsche Wahl“ treffen.


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