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Milliarden für die Marine – doch Deutschlands Handelswege sind schutzlos

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Für seine Bemerkung, die Sicherheit Deutschlands werde auch am Hindukusch verteidigt, geriet Bundesverteidigungsminister Peter Struck  2002 in einen Sturm der Entrüstung. Acht Jahre später trat Bundespräsident Horst Köhler zurück, weil er die Auslandseinsätze der Bundeswehr unter anderem mit deutschen Wirtschaftsinteressen verknüpft hatte, worauf ihm eine Welle der Empörung entgegengeschlagen war.

Wie recht die beiden Politiker mit ihren wenig populären Äußerungen im Nachhinein hatten, erleben deutsche Autofahrer gerade an der Zapfsäule. Da der Iran – wie im Übrigen bereits seit Juli vergangenen Jahres erwartet – die 55 Kilometer breite Straße von Hormus mit militärischen Drohungen blockiert, stockt weltweit die Öl- und Gasversorgung, die üblicherweise zu etwa einem Fünftel aus der Golfregion stammt.

Unterdessen setzt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius alles daran, Deutschland möglichst fernzuhalten vom neu entbrannten Krieg im Nahen Osten. Dabei nimmt er teure Kollateralschäden in Kauf: Die Handelswege des sechsmaligen Exportweltmeisters Deutschland bleiben ungeschützt, Lieferketten droht das Chaos, der Zufuhr von Energieträgern ein Engpass.

Für seine Bemerkung, die Sicherheit Deutschlands werde auch am Hindukusch verteidigt, geriet Bundesverteidigungsminister Peter Struck  2002 in einen Sturm der Entrüstung. Acht Jahre später trat Bundespräsident Horst Köhler zurück, weil er die Auslandseinsätze der Bundeswehr unter anderem mit deutschen Wirtschaftsinteressen verknüpft hatte, worauf ihm eine Welle der Empörung entgegengeschlagen war.

Wie recht die beiden Politiker mit ihren wenig populären Äußerungen im Nachhinein hatten, erleben deutsche Autofahrer gerade an der Zapfsäule. Da der Iran – wie im Übrigen bereits seit Juli vergangenen Jahres erwartet – die 55 Kilometer breite Straße von Hormus mit militärischen Drohungen blockiert, stockt weltweit die Öl- und Gasversorgung, die üblicherweise zu etwa einem Fünftel aus der Golfregion stammt.

Unterdessen setzt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius alles daran, Deutschland möglichst fernzuhalten vom neu entbrannten Krieg im Nahen Osten. Dabei nimmt er teure Kollateralschäden in Kauf: Die Handelswege des sechsmaligen Exportweltmeisters Deutschland bleiben ungeschützt, Lieferketten droht das Chaos, der Zufuhr von Energieträgern ein Engpass.


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