Warum die Jagd auf Wölfe ein Fehler ist
Warum die Jagd auf Wölfe ein Fehler ist
Stand: 13.03.2026, 15:17 Uhr
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Wissenschaftliche Studien zeigen: Stabile Bestände stärken Wälder, verhindern Schäden und helfen beim Klimaschutz. Die Kolumne.
Am 5. März hat der Deutsche Bundestag beschlossen, den Wolf in das Jagdrecht aufzunehmen. Damit dürfen Wölfe in Zukunft geschossen werden, mit dem Ziel, einen günstigen Erhaltungszustand zu gewährleisten. Befürworter:innen der Entscheidung argumentieren mit einem verbesserten Weidetierschutz.
Wissenschaftlich betrachtet ist die generelle Jagd auf Wölfe nicht sinnvoll. Hier ein paar Argumente: Es sind lediglich einzelne Wölfe, die lernen, Weidetiere anzugreifen und Schutzmaßnahmen zu umgehen. Meist lernen sie das, weil Weidetiere nicht ausreichend geschützt sind, und damit den Wölfen schnelle, leichte Jagderfolge gelingen. Solche Problemwölfe können schon jetzt geschossen werden.
Manche dieser Tiere sind jung und auf dem Weg, ein neues Territorium zu besetzen. Schießt man Wölfe, die sich normal verhalten, werden ihre Territorien frei und möglicherweise von einem Wolf mit problematischem Verhalten besetzt. Auch von anderen territorialen Raubtieren wissen wir: „Der beste Schutz gegen einen Haustierjäger, ist ein Nicht-Haustierjäger“.
Weidetiere können geschützt werden. Am besten wirken 120 cm hohe Elektrozäune. Als Mindestmaß für die Gewährung von Kompensationszahlungen, durch die betroffene Haustierhalter:innen entschädigt werden, gelten aber nur 90 Zentimeter. Das Argument hierfür ist, dass ein Kompromiss zwischen Wolfsschutz und bisheriger Einzäunungspraxis gefunden werden musste. Den im letzten Monitoringzeitraum (2024/25) nachgewiesenen 4.300 Wolfsangriffen auf Weidetiere stehen hunderttausende unnatürliche Todesfälle (Festliegen, Verfangen in Weidezäunen, Parasitenbefall und Krankheiten, Angriffe von Haushunden, Unfälle) gegenüber. Angriffe durch Wölfe machen also nur einen winzigen Anteil der Todesursachen von Weidetieren aus.
Anstatt unproblematische Wölfe zu schießen, sollten wir Weidetierhalter:innen unterstützen, den besten Herdenschutz umzusetzen, und sie im Falle eines trotzdem geschehenen Angriffs durch einen Wolf, für ihren Haustierverlust schnell und unbürokratisch entschädigen. Am Ende helfen Wölfe auch ihnen, weil sie zur Vermeidung der Ausbreitung von Wildtierkrankheiten beitragen, die auch auf Nutztiere übertragen werden können.
Der Schutz von Wölfen wäre für uns alle die bessere und billigere Lösung, weil Wölfe als Ökosystemingenieure wichtige Beiträge zum Schutz von Wäldern leisten. Wo es Wölfe gibt, werden Rehe und Hirsche vorsichtiger und meiden bestimmte Waldbereiche. Das reduziert Verbissschäden und steigert damit den Gewinn des Holzertrags in Wirtschaftswäldern. Unabhängig von der Nutzung fördern Wölfe Biodiversität und Ökosystemleistungen in Wäldern, darunter etwa die Kohlenstoffbindung.
Weltweit würde der Schutz von Wölfen der Atmosphäre jährlich 260 Millionen Tonnen CO₂ entziehen. Beim aktuellen Preis für eine Tonne CO₂ ergibt sich allein daraus ein Wert der weltweiten Wolfspopulation von 15,6 Milliarden Euro! Die Frage „Jagd auf den Wolf oder nicht?“ zeigt wieder einmal, dass die Politik gut beraten wäre, ihre Entscheidungen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse zu treffen.
