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Das Regime darf keine Zukunft haben

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19.02.2026

Das Regime darf keine Zukunft haben

Stand: 19.02.2026, 17:27 Uhr

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Israels Botschafter Ron Prosor argumentiert für eine harte Linie gegenüber Teheran. Ein Gastbeitrag.

Wäre es nicht so makaber, müsste man dem iranischen Mullah-Regime fast Respekt zollen. Für seine Chuzpe. Seit Wochen verhandelt es mit US-Präsident Donald Trump. Dabei weiß Teheran genau: Es hat nichts anzubieten. Keine Bewegung beim Atomprogramm. Kein Ende der Unterstützung von Terrorgruppen. Kein Stopp der brutalen Unterdrückung im eigenen Land.

Die Mullahs wollen keine Kompromisse. Und sie können keine schließen. Denn für sie wäre das ein Verrat an Gott.

Das eigentliche Staatsoberhaupt im Iran ist nicht der Präsident. Es ist Muhammad al-Mahdī, der zwölfte Imam. Eine Figur, die nach schiitischem Glauben seit dem Mittelalter im Verborgenen lebt und am Ende der Tage zurückkehrt. Ali Khamenei, der „Oberste Führer“ im Iran, sieht sich als Wegbereiter dieser Rückkehr. Auch die Iranischen Revolutionsgarden berufen sich auf diesen Mahdī-Kult, wenn sie Demonstranten erschießen und tausende Menschen einsperren.

Im Westen hat man diese fanatische Dimension des Regimes lange unterschätzt. Doch wenn Khamenei sagt, Gott spreche durch ihn, dann ist das kein religiöses Beiwerk. Es ist ein politisches Programm. Die Machtverhältnisse sind klar. Präsident Massoud Pezeshkian ist nicht der Entscheider. Er ist der Kellner. Gekocht wird in der Küche des Obersten Führers. Und serviert wird nur, was vorher abgesegnet wurde.

Wenn Teheran verhandelt, dann nicht aus Einsicht. Sondern um Zeit zu gewinnen. Um zu täuschen. Um zu spalten. Das Atomabkommen von 2015, der Joint Comprehensive Plan of Action, sollte das Atomprogramm einfrieren. Stattdessen nutzte das Regime die Aufhebung von Sanktionen für Aufrüstung. Für Raketen. Für Terror-Proxies in der Region.Hier liegt das Missverständnis. Die Methoden des Regimes wirken rational. Die Ziele sind es nicht.

Das Atomprogramm verschlingt Unsummen. Schätzungen sprechen von bis zu 500 Milliarden Dollar. Und keine einzige Kilowattstunde Strom wurde produziert. Der Iran hat Öl. Er hat Gas. Er könnte in erneuerbare Energien investieren. Doch die Mullahs setzen auf Urananreicherung. Sie greifen nach der Bombe. Wenn der Druck steigt, wächst ihr Fanatismus. Im grausamen Ersten Golfkrieg hätten sie einen vorteilhaften Frieden mit dem Irak schließen können. Sie lehnten ab.

Stattdessen schickten sie Kinder in Minenfelder. Jungen aus armen Familien. Mit grünen Plastikschlüsseln um den Hals. Der Schlüssel zum Paradies, so versprach man ihnen. Viele kamen nie zurück. Auch heute setzt das Regime auf Eskalation. Es fürchtet nichts mehr als eine geschlossene Antwort des Westens. Darum lautet die Strategie: Teile und herrsche.

Den USA droht man mit Angriffen auf ihre Militärbasen und ihre Verbündeten wie Saudi-Arabien und die Golfstaaten. Man erinnert an die Traumata des Irak-Krieges. Europa malt man einen Flächenbrand im Nahen Osten aus. Mit neuen Flüchtlingswellen. Dem Rest der Welt droht man mit einer Blockade der Straße von Hormus. Öl und Gas als Waffe.

Terrorgruppen wie die Hisbollah im Libanon oder die Huthi-Bewegung im Jemen werden als regionale Probleme dargestellt. Oder als rein israelische Angelegenheit. Doch das ist eine Illusion. Der Machtanspruch Teherans endet nicht in Jerusalem. Und wer glaubt, eine iranische Atombombe richte sich nur gegen Israel, der irrt.

Iranische Shahed-Drohnen, von Russland im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt, verletzten sogar den Luftraum des Nato-Staates Polen. Europäische Schiffe im Roten Meer wurden mit Raketen angegriffen. Das Regime testet Grenzen und überschreitet rote Linien.

Der Iran steht an einem Scheideweg. Das Regime ist verwundbar. Aber es fällt nicht von allein. Es braucht Entschlossenheit. Von außen und von innen. Die Menschen im Iran kämpfen für Freiheit. Sie zahlen einen hohen Preis. Zehntausende wurden getötet oder verhaftet. Ihr Mut darf nicht ins Leere laufen. Der Westen muss klar sagen: keine Normalisierung. Keine Geschäfte wie bisher. Dieses Regime darf keine Zukunft haben.

Schweigen wäre fatal. Es wäre ein Signal nach Teheran: Die Welt schaut weg. Und sie wird weiter wegschauen. Das wäre auch ein verheerendes Zeichen für Kurd:innen, Drus:innen, Jesid:innen und andere Minderheiten in der Region.

Die Entscheidung Europas, die Revolutionsgarden auf die Terrorliste zu setzen, kam zwar spät, sie war aber richtig. Doch sie reicht nicht aus. Europa und die USA müssen trotz aller Differenzen gerade jetzt eng zusammenarbeiten. Wenn US-amerikanischer militärischer Druck und europäischer politischer Druck zusammenwirken, gerät das Regime ins Wanken.

Zwei Schritte sind dazu entscheidend. Erstens: Sanktionen konsequent durchsetzen. Also ohne Schlupflöcher. Zweitens: Handelspartner des Irans klar warnen. Wer Geschäfte mit diesem Regime macht, trägt Mitverantwortung für seine Gewalt. Die Instrumente liegen bereit. Jetzt ist die Zeit, zu handeln.


© Frankfurter Rundschau