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Die Union schlingert schon

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09.03.2026

Die Union schlingert schon

Stand: 08.03.2026, 19:56 Uhr

Von: Christine Dankbar

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Für die erste Landtagswahl im Jahr hatte die Kanzlerpartei einen sicheren Sieg geplant. Das war mutig – und die schwierigen Abstimmungen kommen erst noch. Der Leitartikel.

Der Wahlsonntag in Baden-Württemberg fiel auf den internationalen Frauentag, aber im Ländle ging es ausschließlich um zwei Männer. Im späteren Verlauf dann vor allem um einen: Cem Özdemir hat die Sensation geschafft und seinen Kontrahenten Manuel Hagel quasi noch im Zieleinlauf abgefangen.

Das lag an der Stärke von Cem Özdemir und den Fehlern, die Manuel Hagel zum Ende hin gemacht hat. Die Wählerinnen und Wähler in Baden-Württemberg nehmen dem 60-jährigen, bundesweit bekannten Grünen die Rolle des Landesvaters doch eher ab als dem weitgehend blass gebliebenen 37-jährigen Manuel Hagel. Doch die Personenwahl sollte nicht den Blick darauf verstellen, dass der Ausgang des Rennens auch für die jeweiligen Parteien der Kandidaten einige Erkenntnisse bereithält.

Mit dem Sieg von Özdemir, der nun die Nachfolge des ersten und bisher einzigen Grünen-Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann antritt, hat die CDU ein großes Problem mehr – und die Grünen kein einziges weniger.

Özdmir hat sich so weit wie es nur geht von seiner Partei entfernt, um die Wahl im Süden noch herumzureißen. Bitte keine Hilfe aus Berlin. Im Gegenteil: Mit seinem Spruch, die baden-württembergischen Grünen seien die CSU der Ökopartei hat er den Geduldsfaden der Parteioberen sehr angespannt.

In Berlin hieß es daher: Wenn Özdmir verliert, verliert er allein. Siegt er, ist es allerdings auch sein Verdienst. Jetzt wird man sich sehr ausgiebig mit ihm freuen. So viele Erfolgserlebnisse hat die gebeutelte Partei ja auch nicht. Doch sie wird sich nun auch ernsthaft fragen müssen, ob das mit dem Linksruck wirklich eine gute Idee ist, wenn man in absehbarer Zeit auch mal wieder im Bund mitregieren will.

Womit wir zur CDU kommen. Für die Konservativen war ein Sieg in Baden-Württemberg eigentlich ein Muss. Der Abstand zu den Grünen war so komfortabel, dass sich CDU-Kandidat Manuel Hagel im Februar sogar bemüßigt sah, mit den Ministerpräsidenten aus Hessen, Boris Rhein, und Bayern, Markus Söder, die Gründung einer 3-Löwen-Allianz bekanntzugeben. Den Namen hat angeblich Hagel erfunden und bei der Allianz sollte es darum gehen, die drei beteiligten reichen Länder beim Finanzausgleich nochmal besserzustellen.

Die Pressekonferenz in Berlin war einigermaßen bizarr und schon damals fragten sich einige, ob der jüngste Löwe nicht vielleicht ein bisschen zu früh und auch zu laut gebrüllt hat. Hagel ist in den letzten Tagen des Wahlkampfes dann auch sehr viel kleinlauter geworden.

Mindestens so fatal ist es aber, dass noch vor dem Wahltag seine Partei auf die Fehler reagierte. Während es im auch nicht optimalen Wahlkampf von Friedrich Merz immer hieß, der Kandidat habe immer recht, wurden in Berlin bereits die Fehler von Hagel durchdekliniert. Das ist so grausam wie dumm. Denn anders als Özdemir verlor Hagel nämlich nicht allein.

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Sein Scheitern könnte auch die Bundespartei, die derzeit nicht gerade souverän geführt wird, ins Schlingern bringen. Die Wahl in Baden-Württemberg ist erst der Anfang des Superwahljahres. Von der Spitzenkandidaten-Ralley im Westen sollte sich der Blick daher möglichst schnell auf das größere politische Problem verlagern: Trotz aller Skandale um Vetternwirtschaft und Korruption hat die AfD in Baden-Württemberg so erfolgreich wie noch nie abgeschnitten. Das lässt nichts Gutes für den Rest des Jahres erwarten. Die Wahlen im Osten kommen erst noch.


© Frankfurter Rundschau