Die Bundeswehr steht bereit
Sicherheit ohne Amerika : Die Bundeswehr steht bereit
Die Bundeswehr und ihre Verbündeten müssen die Zeit des Übergangs nutzen: Bis die Amerikaner nicht mehr helfen können und solange Russland nicht angreift.
Deutschland wird führen, oder der Kontinent wird seine Relevanz verlieren. Zur Führung ist nicht nur die Bundesregierung bereit, wie die Rede von Friedrich Merz auf der Sicherheitskonferenz in München zeigte, sondern auch diejenigen, auf die es im Falle aller Fälle ankommt: die Bundeswehr und ihre Verbündeten.
Nie waren mehr hohe deutsche Militärs bei der Sicherheitskonferenz als in diesem Jahr. Und niemals weniger amerikanische Generäle. Washington hinterlässt in Europa ein Vakuum, das entweder Russland füllen wird, oder die Europäer selbst. Drei deutsche Vier-Sterne-Generäle und zwei Dutzend weitere symbolisieren in München eine Bereitschaft, der gemeinsamen europäischen Sache zu dienen, aber den Anspruch, dabei die Ziele zu definieren, Vorbild zu sein.
Was in München in der parfümierten Luft des Bayerischen Hofs sichtbar war und vor allem von den kleineren Staaten wärmstens begrüßt wurde, wird sich in Kürze auf den Übungsplätzen der NATO bei Wind und Wetter zeigen: eine Bundeswehr, die mit modernster, einsatztüchtiger Ausstattung abschreckungsfähig ist und sowohl bereit als auch in der Lage, mit den Verbündeten eine Auseinandersetzung zu gewinnen.
Auf alten Ketten und mürbem Fundament
Was werden dann Franzosen oder Briten sagen, deren traditionelles Selbstbewusstsein auf alten Ketten und mürbem Fundament steht, deren Staats- und Regierungschefs zwar große Reden halten, aber nur kleine Etats zustande bringen? Und die bei der NATO-Quote weiter so hinterherhinken, wie es auch Deutschland in den Merkel-Jahren getan hat?
Deutsche Generäle lernen wieder Korps zu führen, also mehrere Divisionen zugleich. Dass sie dies von amerikanischen Kameraden beigebracht bekommen, auf US-Truppenübungsplätzen in Deutschland, das gehört zu den grauen Schattierungen im transatlantischen Schwarz-Weiß-Bild.
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Im guten Fall nutzen auch andere Armeen die kürzer werdenden Zeiten des Übergangs, bis Amerika kaum noch helfen kann und solange Russland nicht anzugreifen vermag. Alles, was der ukrainische Präsident und viele andere Ukrainer in München über die vernichtende, menschenverachtende russische Kriegsführung berichteten und anhand mitgebrachter Sahed-Drohnen dokumentierten, sollte für die europäischen Armeen und ihre politischen Führer Anlass sein, die Gefahr noch ernster zu nehmen als bisher.
Peter CarstensPolitischer Korrespondent in Berlin
Politischer Korrespondent in Berlin
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