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Die Farce im ZDF

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06.03.2026

Intendantenwahl : Die Farce im ZDF

Die Intendantenwahl beim ZDF wird zur Farce: Nur ein Kandidat bleibt übrig, der Amtsinhaber Norbert Himmler. Die Wahl scheint entschieden. Vielleicht haben die Fernsehräte wenigstens noch ein paar kritische Fragen.

Das Präsidium des Fernsehrats des ZDF gleicht sich den Verhältnissen im Sender an. Chaos ist angesagt, fröhliche Ignoranz, was die Stunde geschlagen hat, Pfeifen im Walde, das Schiff sinkt, die Kapelle spielt weiter.

Nichts anderes kommt einem angesichts der ab­surden Vorbereitung der Intendantenwahl in der nächsten Woche in den Sinn: Zuerst wird die Stelle öffentlich ausgeschrieben. Dann wählt das erweiterte Präsidium des Fernsehrats sieben Bewerber aus und schickt deren Unterlagen an alle 60 Mitglieder des Aufsichts- und Wahlgremiums.

Diese dürfen nun ihnen geeignet scheinende Kandidaten vorschlagen. Den ersten Vorschlag gibt es gleich, er lautet auf den Intendanten Norbert Himmler. Dann erscheint überraschend eine Gegenkandidatin, die weithin unbekannte Journalistin Floria Fee Fassihi. Kaum ist ihr Name bekannt, zieht sie ihre Kandidatur zurück.

Kaum benannt, zieht sich die Kandidatin zurück

Es kann also nur noch einen geben, der im Fernsehrat Stimmen einsammelt – der Amts­inhaber. Die Wahl hat sich damit erledigt, jetzt kommt es nur noch darauf an, ob Norbert Himmler im ersten Wahlgang große Zustimmung er­hält – oder womöglich unter der nötigen Dreifünftelmehrheit landet. Zu rechnen ist mit einer Pleite nicht.

Zu fragen ist allerdings, ob der von der früheren Ministerin Gerda Hasselfeldt angeführte Fernsehrat das Ganze noch für eine ernst zu nehmende Veranstaltung hält. Hier geht es um ei­nen der größten öffent­lich-recht­lichen Sender der Welt, mit einem Jahresetat von 2,7 Milliarden Euro, 3900 Festangestellten und 2400 frei­en Mitarbeitern. Das ist ein eigener ÖRR-Kosmos, in dem es zuletzt drunter und drüber ging: KI-Fake im „heute journal“, Überdrehtes und Falsches beim Mord an Charlie Kirk, Unwissen über den Hamas-Hintergrund des Mitarbeiters einer palästinensischen Firma, mit der das ZDF zusammenarbeitete.

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Danach sollten die Fernsehräte, nehmen sie ihre Auf­gabe als Vertreter der Gesellschaft und der Beitragszahler ernst, einen Intendanten fragen. Am besten, bevor sie ihn wiederwählen. Die Wahl ohne Auswahl ist schon Farce genug.

Michael HanfeldVerantwortlicher Redakteur für das Ressort „Medien“ .

Verantwortlicher Redakteur für das Ressort „Medien“ .


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