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Hat es mit Crack bald ein Ende?

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04.03.2026

Modellprojekt gegen Crack : Hat es mit Crack bald ein Ende?

Mit ihrer Entscheidung, eine Studie der Frankfurter Uni-Klinik zur Crack-Substitution zu finanzieren, hat die hessische Landesregierung einen Punkt gemacht. Die Stadt sollte die Chance ergreifen. Denn ein „Weiter so“ im Bahnhofsviertel darf es nicht geben.

Dass die Frankfurter Drogenpolitik künftig einen stärkeren Fokus auf Therapie und Ausstieg bekommen soll, ist eine der besten Entscheidungen seit Langem. Erst jüngst wurde bekannt, dass das geplante Suchthilfezentrum diesen Ansatz verfolgt, indem auf Wunsch von Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) ein Beirat unter wissenschaftlicher Leitung geschaffen wurde, der sicherstellen soll, dass Crack-Konsumenten stärker als bislang herausgeführt werden sollen aus ihrer Sucht – und das im besten Fall in ihren Heimatkommunen, womit das Frankfurter Bahnhofsviertel entlastet würde.

Nun steht ein weiteres Projekt auf dem Programm, das diesmal die Landesregierung fördern will: Zum ersten Mal könnte es gelingen, Crack zu substituieren. Die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Frankfurter Uni-Klinikums hat einen vielversprechenden Ansatz entwickelt, wonach das ADHS-Medikament Lisdexamfetamin, sofern es in hoher Dosierung verabreicht wird, den Suchtdruck verringern kann. Damit wäre der Weg geebnet für einen echten Wandel der Frankfurter Drogenpolitik, die mit ihrem bisherigen Ansatz, Crackabhängige vor allem mit sozialen Hilfen zu unterstützen statt mit ausstiegsbasierter Hilfe, schon seit Jahren an ihre Grenzen gelangt ist – zum Schaden der Stadt.

Zwei Millionen Euro für Modellprojekt

Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat damit einen Punkt gemacht. Nach der Kritik an seinem Sieben-Punkte-Plan, der von Fachleuten in großen Teilen als nicht realisierbar bewertet wurde, hat er nun das richtige Thema zur rechten Zeit erkannt. Ohne eine Perspektive, die den Kreislauf von Drogensucht, Rauschgiftkriminalität und Verelendung eines ganzen Stadtviertels durchbricht, lässt sich das Problem im Bahnhofsviertel nicht nachhaltig lösen. Dass das Land die Suchtstudie der Uni-Klinik mit zwei Millionen Euro (und somit fast komplett) unterstützen will, ist ein Wort. Nun ist die Stadt Frankfurt gefragt, ob sie den Rest dazugeben wird.

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Suchtmediziner über FrankfurtZiel von Drogenpolitik muss der Ausstieg sein

Der Druck auf die Stadt wird dadurch weiter erhöht. Wie notwendig es ist, jetzt diese Pflöcke einzuschlagen und somit den Kurs der künftigen Frankfurter Drogenpolitik vorzugeben, wird sich spätestens nach der Kommunalwahl zeigen. Sollten die Grünen in der Koalition bleiben und weiterhin das Gesundheitsdezernat führen, ist fraglich, wie viel Innovationskraft von dort kommen wird. Zuletzt waren sie keine treibende Kraft, was neue Ansätze in der Frankfurter Drogenpolitik betrifft.

Katharina IskandarVerantwortliche Redakteurin für das Ressort „Rhein-Main“ der Sonntagszeitung und Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

Verantwortliche Redakteurin für das Ressort „Rhein-Main“ der Sonntagszeitung und Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

Wenn in Frankfurt über Sicherheit gesprochen wird, geht es immer auch um das Bahnhofsviertel. Doch das Drogenproblem zeigt, dass nicht nur Polizisten, sondern vor allem Sozialarbeiter gefordert sind.

Die Frankfurter Universitätsklinik befasst sich derzeit mit einem möglichen Substitut für Crack. Das will die Hessische Landesregierung nun finanziell unterstützen.

Der Standard 6G soll 2030 die Marktreife erlangen. Bis dahin hat Hessens Digitalministerin zusammen mit Partnern der Privatwirtschaft noch einiges vor.


© Frankfurter Allgemeine