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In Crans-Montana hat das System Schweiz versagt

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25.01.2026

Die Brandkatastrophe in Crans-Montana legt Dilettantismus und Vetternwirtschaft im System der Schweiz offen. Die Opfer verdienen jetzt eine schonungslose Aufklärung.

Auch Wochen nach dem Inferno in Crans-Montana blickt die Welt fassungslos auf die Schweiz. Es war keine Naturgewalt, wie sie der Bergkanton Wallis schon oft erlebt hat, die in der Silvesternacht 40 junge Menschen aus dem Leben gerissen und 116 zumeist schwer verletzt hat, sondern menschliches und institutionelles Versagen. Das Feuer in der Bar „Constellation“ wäre nicht ausgebrochen, wenn deren Besitzer die Brandschutzvorschriften eingehalten hätten: Indem sie leicht entflammbare Schaumstoffmatten an die Decke klebten, bereiteten sie den Weg ins Verderben.

Eine gehörige Mitschuld trägt aber auch die Gemeinde Crans-Montana, weil sie es jahrelang unterließ, die vorgeschriebenen Brandschutzkontrollen vorzunehmen. Geballte Inkompetenz offenbart zudem der Kanton Wallis: Dessen heillos überforderte Staatsanwaltschaft stolpert in den Ermittlungen von Panne zu Panne. Die oberste Staatsebene der Schweiz, der Bund, hat sich im Umgang mit dieser Tragödie, die den Ruf der Eidgenossenschaft im Ausland schwer zu beschädigen droht, bisher ebenfalls nicht positiv hervorgetan. Überraschend ist all dies nicht. Es ist das Ergebnis fundamentaler Schwächen im politischen System der Schweiz.

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© Frankfurter Allgemeine