Zulässige Kritik zur falschen Zeit
Terminal 3 vor der Eröffnung : Zulässige Kritik zur falschen Zeit
Fraport will mit 30.000 Gästen das neue Terminal 3 feiern. Die flughafenkritischen Bürgerinitiativen sehen keinen Grund dazu.
Die Erweiterung des Frankfurter Flughafens um eine neue Piste im Jahr 2011 und um ein neues Terminal in diesem Jahr bedeutet auch eine höhere Belastung der Anrainer, keine Frage. Gleich mehrere Krisen – allen voran die Corona-Pandemie – haben zudem dazu geführt, dass ursprüngliche Wachstumsziele des Flughafens zumindest zeitlich revidiert werden müssen. Das Vier-Milliarden-Euro-Projekt Terminal 3 muss in den nächsten Jahren erst noch nachweisen, dass der Nutzen diese gewaltigen Kosten letztlich rechtfertigt. Insofern hat die Kritik der luftverkehrskritischen Bürgerinitiativen durchaus eine sachliche Basis.
Jahre diskutiert und schließlich entschieden
Ungeachtet dessen ist es naiv anzunehmen, man könne ein komplexes Vorhaben wie die Erweiterung des größten deutschen Flughafens um beinahe die Kapazität des Düsseldorfer Flughafens einmal eben abbrechen, weil die Zeiten gerade ungünstig sind. Das wäre ökonomischer Irrsinn. Rechtlich gesehen ist die Sachlage ohnehin eindeutig: Das Ausbauvorhaben ist mit allen Chancen und Risiken über viele Jahre diskutiert und schließlich auch höchstrichterlich für zulässig befunden worden. Das ist zu akzeptieren.
Auch, dass beim Ausbau die Wahl auf eine weitere Piste im Nordwesten fiel und nicht, wie von Piloten und Fluglotsen seinerzeit empfohlen, auf eine dritte Parallelpiste im Süden, mag man aus guten Gründen bedauern. Doch auch die Frage der zahlreichen Ausbauvarianten ist viele Jahre erörtert und schließlich verbindlich entschieden worden.
Großprojekt trotz vieler Widrigkeiten geschafft
Anlass zum Feiern besteht nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts trotz aller Auseinandersetzungen. Denn der Flughafenbetreiber Fraport AG hat damit eines nachgewiesen: Auch in Deutschland ist es möglich, ein solches Großprojekt im finanziellen und zeitlichen Rahmen zu schaffen – und das in schwierigen, von unvorhersehbaren Krisen geprägten Zeiten.
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Mit dem Erreichten hat der Flughafenbetreiber Fraport allerdings die Pflicht, dafür zu sorgen, dass die zusätzliche Kapazität nur mehr von modernen, verbrauchsärmeren und leisen Flugzeugen genutzt wird. Mit der Entgeltordnung ist ein geeignetes Instrument vorhanden. Es darf sich nicht mehr rechnen, mit lauten Dreckschleudern in Frankfurt zu landen.
Jochen RemmertFlughafenredakteur und Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Rhein-Main-Süd.
Flughafenredakteur und Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Rhein-Main-Süd.
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