Stolzes Marokko – trotz der Niederlage
„Diplomatie in Stollenschuhen“: Das nordafrikanische Land nutzt den Afrika-Cup und die Weltmeisterschaft 2030, um seinen politischen Einfluss auszubauen. Daran ändert auch das Drama im Finale nichts.
Buchstäblich in letzter Minute fiel ein Schatten auf das Fußballfest. Senegal schlug Marokko in einem dramatischen Endspiel, das von einem Eklat um einen umstrittenen Elfmeter geprägt war. Mit dem erhofften Heimsieg konnten die „Atlaslöwen“ den Afrika-Cup nicht krönen. Aber schon vor dem Finale hatten sich viele Marokkaner als Sieger gefühlt. Denn das kleine nordafrikanische Land sieht sich nicht nur sportlich immer mehr als regionale Großmacht.
Als „historisch“ bejubelten marokkanische Medien den Afrika-Cup, bevor ihre Auswahl es ins Finale geschafft hatte. Marokko habe bewiesen, dass es ein „kontinentales Großereignis meistern kann“, schreibt stolz das Portal „Hespress“. Laut einer Umfrage sind mehr als 70 Prozent der Ansicht, dass das Turnier das Ansehen des Maghrebstaats steigern werde. Sie erwarten vor allem, dass noch mehr Touristen kommen werden: Mit 19,8 Millionen Besuchern hat Marokko 2025 abermals Ägypten überholt.
Zwischen 2023 und 2025 wurden nach offiziellen Angaben rund 880 Millionen Euro für die Modernisierung von sechs Stadien bereitgestellt. Dazu kommt eine Budgeterhöhung von bis zu 560 Millionen Euro für Anpassungen an FIFA-Standards. In der Nähe von Casablanca wird........
