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Mit Dürr ein Aufbruch ins Ungefähre

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07.01.2026

Die FDP hat viele gute Ideen. Das einzige Problem: Um sie umzusetzen, braucht sie andere.

Der FDP-Vorsitzende Christian Dürr betonte zuletzt mehrfach, er sei froh, nicht mehr Teil des Status-quo-Lagers zu sein. So nennt er Union, SPD und Grüne. Auf den ersten Blick erscheint das hilflos: Wie der Fuchs, dem die Trauben zu hoch hängen, beteuert er, sie seien ihm sowieso zu sauer. Auf den zweiten Blick erscheint es verständlich: Die FDP will sich abgrenzen. Aber sie tut es, als zöge sie den Grenzzaun einmal ganz um sich herum.

Die anderen Parteien bleiben außen vor. AfD und Linke sowieso – die Liberalen halten sie aus jeweils unterschiedlichen Gründen für gefährlich. Aber eben auch der Rest. Das lenkt den Blick auf das aktuelle Grundproblem der FDP. Es ist keines der Theorie, sondern der Praxis: Wie will sie durchsetzen, was sie fordert?

An Forderungen mangelt es nicht. Niemand kann der FDP vorwerfen, ideenlos oder träge aufzutreten. Zwar sind Ideen noch kein Wert an sich; überzeugend müssen sie sein. Aber auch die gibt es: von klar geregelter Einwanderung in den Arbeitsmarkt bis zur Aktienrente.

Bei den Bundestagswahlen 2017 und 2021 erzielte die FDP sehr gute Ergebnisse – jeweils mehr als zehn Prozent –, weil sie mit ihrem Programm und Personal die Erwartung weckte, sie könne das Land voranbringen. Doch mit der Umsetzung haperte........

© Frankfurter Allgemeine