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Offene Flanken in Syrien

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05.02.2026

Ahmed al-Scharaa stärkt Syriens Zentralregierung mit militärischer Gewalt. Doch alte Feindschaften in der Armee gefährden die Stabilität des Landes.

Der syrische Präsident Ahmed al-Scharaa hat sich durch­gesetzt. Die von kurdischen Kadern dominierte Autonomieregierung im Nordosten Syriens hat zähneknirschend ihrer Auflösung zugestimmt. Ebenso der Eingliederung ihrer Streitkräfte, der „Syrian Democratic Forces“ (SDF), in die syrische Armee. Erste Kräfte der Zentralregierung sind schon in deren Bastionen vorgerückt. Der Sieg der Führung in Damaskus spiegelt das taktische Geschick des syrischen Machthabers, seinen Machtwillen und seine außenpolitischen Erfolge wider.

Ahmed al-Scharaa überrumpelte seine Gegner mit einer Militäroffensive. Er nutzte bewaffneten Widerwillen in den arabischen Gebieten, die unter der Kontrolle der Autonomieregierung standen. Er gewann mit der Hilfe seiner Förderer in Saudi-Arabien und der Türkei das Vertrauen und das Wohlwollen der Vereinigten Staaten, die ihren kurdischen Alliierten im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ (IS) nun die ­Rückendeckung entzogen haben.

Doch in Scharaas Triumph offenbaren sich auch die offenen Flanken seiner Herrschaft – und die Gefahren für sein Land. Das zeigt schon ein Blick auf die neuen Streitkräfte. In deren Reihen dominieren radikale Islamisten der Allianz „Hayat Tahrir........

© Frankfurter Allgemeine