Die Welt um ein Winziges besser machen
Habermas-Gedenken : Die Welt um ein Winziges besser machen
Ungebrochene Energie des Dagegenhaltens: In der Frankfurter Paulskirche würdigte der Bundespräsident den am 14. März verstorbenen Philosophen Jürgen Habermas.
Es waren zwei Sätze, die von Herzen kamen wie auch von Amts wegen. Denn der Bundespräsident sieht sich zur Demokratiesicherung auf einen öffentlichen Denker in der Passform von Jürgen Habermas unbedingt angewiesen. „Wir hätten ihn dringend weiter gebraucht. Wir werden ihn entsetzlich vermissen“, so Frank-Walter Steinmeier in seiner Rede, die er in der Frankfurter Paulskirche zum Gedenken an den im März gestorbenen Habermas hielt. Zwei Sätze, die dem Manuskript beim Reden hinzugefügt wurden.
Für den Verstorbenen habe der öffentliche Raum eines vernünftigen Diskurses zur Substanz des demokratischen Staates gehört, einer Substanz, die Habermas zunehmend bedroht sah, wie er in Briefen an Steinmeier zum Ausdruck brachte, zuletzt zunehmend irritiert über Auswüchse des Strukturwandels der digitalen Öffentlichkeit, aber mit einer ungebrochenen Energie des Dagegenhaltens, so Steinmeier. Der letzte Brief, den der Bundespräsident von Habermas wenige Wochen vor dessen Tod empfing, war gezeichnet mit „Ihr alter, vielleicht längst zu alt gewordener Jürgen Habermas“. Und doch habe er bis in seine letzten Wochen hinein........
