Trumps Druck entlarvt die Machtillusion in Serbien
Die Sanktionen des amerikanischen Präsidenten erzwingen Gazproms Abzug aus Serbien. Präsident Aleksandar Vučićs Macht bröckelt, während Ungarns Premier Viktor Orbán von der neuen Energieordnung profitiert.
Die erratische Politik des US-Präsidenten mit immer neuen, später teils kassierten Drohungen hinterlässt den Eindruck, Donald Trump betreibe pure Kraftmeierei. In der politischen Kommunikation hat sich für sein Kneifen das Akronym „TACO“ eingebürgert: Trump always chickens out. Doch wie die meisten Sätze mit „immer“ ist auch dieser falsch. Trump meint es durchaus ernst. Das erfahren vor allem schwache Gegner, Venezuelas entführter Präsident etwa. Ein anderer Fall ist Serbien mit seinem nur scheinbar kraftstrotzenden Präsidenten Aleksandar Vučić.
Es sah lange so aus, als könnte der Belgrader Potentat sich den Forderungen Washingtons entziehen. Doch am Ende musste er klein beigeben, auch ohne dass die Amerikaner eine Armada in die Adria schickten. Es reichte schon, dass Washington seine Sanktionen gegen den größten Energiekonzern, NIS, nicht noch einmal aussetzte.
Einen Energienotstand und eine gefährdete Spritversorgung seiner ohnehin aufgebrachten Landsleute vor Augen, knickte Vučić vor Trumps sehr real gewordener Drohkulisse ein. Denn dem amerikanischen Präsidenten war Russlands........
