Die Berlinale muss sich verwandeln
Zukunft der Filmfestspiele : Die Berlinale muss sich verwandeln
Die Berliner Filmfestspiele sind längst nicht so schlecht wie ihr Ruf. Aber ihre Zukunft liegt nicht am Potsdamer Platz. Deshalb sollte sich Wolfram Weimer etwas einfallen lassen.
Es ist wieder passiert. Und es kann weiter passieren. Auch dieses Jahr haben die Gegner des israelischen Vorgehens im Gazastreifen die Berlinale für ihre Kampagne gekapert. Weil der Jurypräsident Wim Wenders auf die Frage eines Journalisten, wie sich das Festival zum „Genozid“ im Gaza verhalte, die Unabhängigkeit des Kinos von der Politik verteidigte, sagt die indische Schriftstellerin Arundhati Roy einen geplanten Auftritt ab. Und als die Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle ihre Jury mit einem Statement in Schutz nahm, reagierten mehr als achtzig Filmschaffende mit einem offenen Brief, der die angebliche Einschränkung der Meinungsfreiheit auf dem Festival anprangerte.
So dreht sich das Empörungskarussell immer weiter. Die Filmfestspiele können wenig dagegen tun, denn ihre Selbstdarstellung als politisches, seit seinen Anfängen im Kalten Krieg für Demokratie und Freiheit einstehendes Festival gehört zu ihrem Markenkern. Ganz ungelegen kommt die öffentliche Aufregung wohl auch nicht, denn sie lenkt das Scheinwerferlicht der Medien auf ein Ereignis, das im Vergleich zur Konkurrenz an Glamour und Bedeutung eingebüßt hat. Die Frage ist, was davon übrig bleibt, wenn sich der Meinungsqualm verzogen hat.
Das Problem des........
