Kommentar zur Debatte um das Pumpspeicherwerk: Wir brauchen eine Entscheidung!
Kommentar Pumpspeicherwerk Niederwartha: Wir brauchen eine Entscheidung!
Kommentar zur Debatte um das Pumpspeicherwerk: Wir brauchen eine Entscheidung!
Das Geld für die Instandsetzung des Pumpspeicherwerks Niederwartha hätte längst mobilisiert werden können, ist sich unser Autor sicher. Nun muss endlich eine Entscheidung her.
Dresdem. Wenn die Verfechter des Pumpspeicherwerks in Niederwartha von der Anlage sprechen, beginnen die Augen zu leuchten. Dann ist von den technischen Raffinessen die Rede, mit der vor knapp 100 Jahren ein Stromspeicher geschaffen wurde, der zu den Aushängeschildern der Region gehörte.
Den allermeisten ist klar: Heute ist der Maschinenpark verschlissen, modernes Gerät ist effizienter, in Niederwartha muss mit Gesamtinvestitionen von 165 Millionen Euro oder mehr gerechnet werden.
Der Vattenfall-Konzern sieht in anderen Standorten mehr Renditepotenzial, daran hat auch die Kostenbelastung durch gesetzliche Regelungen ihren Anteil, die bislang weder CDU- noch SPD-geführte Bundesregierungen verändert haben. Die Anlage dümpelte so lange dahin. Besser ist sie damit nicht geworden, die Sanierungskosten sind auch nicht gesunken, aber die Hoffnung der Fürsprecher der Pumpspeicher-Technologie ist geblieben.
Perspektiven für die Wasserstofftechnologie in Niederwartha
Sie müssen mit ansehen, wie die Stadt, Sachsen-Energie und Vattenfall in Verhandlungen über die Zukunft des Werks zusammensitzen, aber nichts nach außen dringt. Niemand klare Zahlen nennt, niemand sagt, ob er irgendwo für die gleiche Strommenge einen günstigeren Speicher sieht, der alle Genehmigungen besitzt und auch noch Anklang in der Bevölkerung findet.
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Im Zuge der Energiewende gibt Deutschland für den Wandel in vier Kohlerevieren 40 Milliarden Euro aus. Sachsen verteilt davon Geld für Freibäder, Behördenstandorte und Haltestellenhäuschen. Der Ausgleich schwankender Einspeisungen von Wind- und Solarstrom kostet in Deutschland im Jahr inzwischen drei Milliarden Euro. Pumpspeicherwerk-Betreiber im Ausland erhalten Geld für jede Kilowattstunde, die sie bei Angebotsspitzen aus Deutschland abnehmen.
Womöglich hätte da längst das Geld für Niederwartha mobilisiert werden können. Nun muss endlich eine Entscheidung her. Dabei müssen Stadt und Freistaat Sachsen zusammenarbeiten. Mit Perspektiven für die Wasserstofftechnologie auf einem 90 Hektar großen Gelände reicht die mögliche Bedeutung von Niederwartha weit über Dresden hinaus. Hier muss ernsthaft und technologieoffen um eine Zukunft gerungen werden.
Wenn irgendwo mal ein Flugzeug der deutschen Flugbereitschaft mit einer Ministerin an Bord nicht weiter kommt, ist das eine peinliche Panne, aber keine Katastrophe. Wenn Anlagen wie in Niederwartha auf dem ideologisch verminten Schlachtfeld der Energiewende geopfert werden sollten – dann tritt das ein, was Imageschaden für die deutsche Ingenieurskunst genannt wird.
