Campuslinie Dresden: Jetzt hilft nur „Augen zu und durch“
Campuslinie Dresden: Augen zu und durch
Campuslinie Dresden: Jetzt hilft nur „Augen zu und durch“
Die umstrittene Campuslinie am Wasaplatz nimmt Gestalt an, parallel wird aber auch ein Ende des Projekts gefordert. Wer jetzt das Rad zurückdrehen will, hat gute Argumente, aber keinen Weitblick, kommentiert DNN-Chefredakteur Dirk Birgel.
Dresden. Gut Ding will Weile haben, sagt der Volksmund, oder: Was lange währt, wird endlich gut. Wer weiß, wie elendig lang sich öffentliche Großprojekte von der ersten Idee bis zum ersten Spatenstich dahinschleppen, dem kommen Zweifel an diesen Weisheiten. Ein Beispiel hierfür ist die Campuslinie Dresden, die eigentlich mal Stadtbahn 2020 hieß.
Dieses Datum liegt nun sechs Jahre hinter uns. Und endlich kommt Fahrt in die Geschichte, die die an der TU Dresden haltmachenden, völlig überfüllten Busse der Linie 61 durch eine neue Straßenbahnlinie ersetzen sollen.
Stadt der begrenzten Möglichkeiten
Dummerweise ergeben sich zwei Probleme: Zum einen war Dresden vor zehn Jahren schuldenfrei und quasi eine Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Heute sind die Möglichkeiten arg begrenzt. Auch weil man sich teure Prestigeobjekte wie ein neues Steyer-Stadion gönnte. Das Projekt würde heute wohl eher durchfallen.
So möchten es auch Team Zastrow und die CDU beim Abschnitt der Campuslinie zwischen Nürnberger und Wasaplatz. Zu teuer und zu problematisch, sagen sie. Der Verkehrsknoten Wasaplatz ist wirklich ein Problempunkt, weil sich hier auf engem Raum zwei Tram- mehrere Buslinien, Auto- und Radverkehr begegnen.
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Das wird auch so sein, wenn sich nichts ändert. Aber das Projekt läuft bereits, Fördermittel sind gesichert – und müssten zurückgezahlt werden –, die neue Nossener Brücke wird bald gebaut. Wer jetzt das Rad zurückdrehen will, der hat ein paar gute Argumente, aber keinen Weitblick. Jetzt kann es nur heißen: Augen zu und durch.
