Die unheimlich erfolgreiche Revolution des Péter Magyar
In Österreichs Nachbarschaft, auf der anderen Seite des Neusiedler Sees, vollzieht sich in diesen Tagen eine „Revolution“, wie auch die seriöse „Financial Times“ konstatiert. Denn der neue Premier Péter Magyar demontiert das alte System Viktor Orbáns in einem atemberaubenden Tempo. Kaum ein Tag vergeht, ohne dass etwas geschieht, das noch vor ein paar Wochen gänzlich unmöglich erschienen wäre. Einmal fällt im Staatsfernsehen das Bild aus, und eine Entschuldigung für die „Lügen“ der Orbán-Jahre scheint auf. Dann wird der Präsident aus dem Amt gedrängt, und kurz darauf wirft der Generalstaatsanwalt hin. Größer als dieser Umbruch ist nur die Inszenierung, die ihn begleitet. Die Abrissparty, die Demontage des Systems, läuft in Dauerschleife auf Magyars sozialen Kanälen.
In rund 80 Tagen im Amt ist der Premier mit dem Staatsumbau weiter vorangekommen, als es ihm die meisten für die gesamte Amtszeit zugetraut hätten. Diese Wende schürt daher auch jenseits der Grenzen die Hoffnung, dass sich autoritäre Entwicklungen womöglich zügig umkehren lassen. Sie wirft jedoch auch eine andere unbequemere Frage auf: Lässt sich ein autoritäres System rückabwickeln, ohne dabei selbst die........
