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Deutschlands umstrittene Vision von der „stärksten Armee“ Europas

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25.04.2026

Wir entwickeln die Bundeswehr zur konventionell stärksten Armee Europas.“ Es ist noch nicht lange her, da wäre ein deutscher Verteidigungsminister für so einen Satz aus dem Amt gejagt worden. Aber als Boris Pistorius diese Woche eine Militärstrategie, die erste der Nachkriegsgeschichte, vorlegte und diesen Anspruch formulierte, war das anders. Falls überhaupt, gab es eher Beifall. Aber meistens nicht einmal mehr das. Die Formel von der „stärksten Armee“ hat sich abgenutzt. Alles schon zu oft gehört.

Denn zu den historischen Folgen von Putins Ukraine-Invasion und von Trumps Rückkehr ins Weiße Haus gehört, dass sie Deutschland verändert haben. Der wirtschaftliche Riese im Herzen Europas hat begonnen, sich erstmals seit der Wiedervereinigung wieder als Militärmacht zu begreifen. Und zwar nicht nur, wie das oft unterstellt wird, in Sonntagsreden. Deutschland rüstet tatsächlich auf wie noch nie seit dem Kalten Krieg. Und es hat dafür, salopp formuliert, das Geld abgeschafft (mit allen möglichen Folgen auch für das innereuropäische Kräfteverhältnis über den Ukraine-Krieg hinaus).

Das Dauergerede von Deutschland als „stärkster“........

© Die Presse